Parlamentswahl in Ungarn: Zehntausende vorexerzieren am Nationalfeiertag in Ungarn

In Budapest haben vier Wochen vor der Parlamentswahl Zehntausende Anhänger von Ministerpräsident Viktor Orbán demonstriert. Ebenfalls in der ungarischen Hauptstadt soll am Nachmittag eine Wahlkampfveranstaltung des Oppositionsführers Péter Magyar beginnen. Orbáns Partei Fidesz liegt in den Umfragen seit Monaten hinter der Partei von Magyar, Tisza.

Orbáns Anhänger demonstrierten vor allem gegen den Einfluss der EU. „Wir werden keine ukrainische Kolonie sein“, stand auf einem Banner, das in der ersten Reihe der Pro-Orbán-Demonstration unter dem Motto „Friedensmarsch“ hochgehalten wurde. Die Teilnehmenden waren aus dem ganzen Land angereist, um am Nationalfeiertag an der Demonstration teilzunehmen. Viele nutzten Busse, die von einer parteinahen Gruppe bereitgestellt wurden. Orbán wollte vor dem Parlament eine Rede halten.

Am 12. April wählen die Menschen in Ungarn ein neues Parlament. Der rechtsnationalistische Ministerpräsident Orbán regiert seit 2010 und strebt eine fünfte Amtszeit an. Zuletzt rückte Orbán verbale Angriffe auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in den Mittelpunkt seines Wahlkampfs. Er sprach sich deutlich gegen Waffenlieferungen an die Ukraine und einen EU-Beitritt des von Russland attackierten Landes aus.

Magyar beschuldigt Orbán der Veruntreuung

Orbán bezeichnet sich selbst als „sichere Wahl“. Der 62-Jährige versuchte wiederholt, seinen Hauptkonkurrenten Magyar als „Marionette“ Brüssels und Selenskyjs darzustellen, und warf seinem Konkurrenten vor, er wolle Ungarn in den Krieg mit Russland hineinziehen.

Magyar hat Orbáns Wahlkampf als lächerliche „Propaganda“ abgetan. Auch
seine Partei Tisza hat sich in der Ukrainefrage zurückhaltend gezeigt
und erklärt, die Partei lehne einen beschleunigten EU-Beitritt Kyjiws ab
und werde die Frage einem verbindlichen Referendum unterziehen, sollte
sie an die Macht kommen.

Der Tisza-Vorsitzende wiederum wirft Orbán vor, sich mithilfe Russlands und des russischen Präsidenten Wladimir Putin an der Macht halten zu wollen. Zudem beschuldigt er die Regierung Orbán, Milliarden Euro veruntreut zu haben und zivile Freiheiten zu beschneiden.

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