An einem warmen Sonntagvormittag schieben sich Zehntausende über die Margaretenbrücke, die über die Donau zum Stadtzentrum von Budapest führt. Es ist noch früh am Tag, aber die Sonne scheint so heiß, dass viele Menschen Hüte tragen, um sich nicht die Haut zu verbrennen.
Kinder schwenken Ungarn-Flaggen, eine alte Dame humpelt auf Krücken, sie hat sich, wie fast alle hier, die Kokarde an die Brust geheftet, eine Rosette in Rot-Weiß-Grün, den Nationalfarben. Viele Ungarn tragen sie an diesem Tag traditionell über dem Herzen. Aus dem ganzen Land sind die Menschen angereist. Es ist der 15. März, der Nationalfeiertag, an dem die Ungarn an die Revolution von 1848 erinnern. Daran, wie ihre Vorfahren sich einst gegen die Herrschaft der Habsburger aus Österreich auflehnten. Wie sie für Freiheit und Selbstbestimmung kämpften.