Ein Wintermorgen in Hiroshima, 80 Jahre und ein halbes nach dem Abwurf der Atombombe. Wo sie 1945 detonierte, stehen heute mannshohe Glasvitrinen unter freiem Himmel, gefüllt mit Papierkranichen, leuchtend bunt, arrangiert in langen Girlanden. Eine Schulklasse hat sich davor aufgereiht, die Kinder bringen frisch gefaltete Origami-Vögel. Ein Gruppenfoto, dann singen sie ein Friedenslied. Währenddessen misten Arbeiter in Blaumännern die Vitrinen aus. Alte Kranichgebinde landen in Recyclingsäcken, um Platz für neue zu schaffen. Wer tausend Kraniche faltet, so will die Legende, dem schenken die Götter Gesundheit. Millionen haben Japans Schulkinder über die Jahrzehnte gefaltet, um die Wunden von Hiroshima heilen zu lassen.