Paris stockt Kräfte hinauf: Frankreich verlegt Hubschrauberträger ins Mittelmeer

Paris stockt Kräfte aufFrankreich verlegt Hubschrauberträger ins Mittelmeer

06.03.2026, 22:22 Uhr

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Die „Tonnerre“ im Sommer 2024. (Foto: picture alliance / abaca)

Frankreich stockt seine Kräfte im Mittelmeer auf: Nach der „Charles de Gaulle“ sticht nun die „Tonnerre“ in See. Damit zieht Paris seine drei größten Kriegsschiffe im Nahen Osten zusammen.

Angesichts des Iran-Kriegs verlegt Frankreich neben dem Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ auch einen Hubschrauberträger Richtung Mittelmeer. Dieser solle die von Paris bereits entsandten militärischen Kräfte verstärken, teilte der Generalstab der Streitkräfte mit.

„Ein amphibischer Hubschrauberträger wird im Mittelmeer eingesetzt, um die französischen Streitkräfte im Rahmen der Krise im Nahen und Mittleren Osten zu ergänzen“, sagte eine Sprecherin und bestätigte Informationen der Zeitung „Le Marin“. Demnach verließ der Hubschrauberträger „Tonnerre“ heute in Begleitung einer Fregatte seinen südfranzösischen Heimathafen Toulon. Ein weiterer französischer Hubschrauberträger befindet sich bereits im Rahmen einer anderen Mission im Nahen Osten.

Mit dem atombetriebenen Flugzeugträger, der am Wochenende in der Region erwartet wird, befinden sich dann drei der größten französischen Kriegsschiffe in der Konfliktregion. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte am Dienstag zudem an, Rafale-Kampfjets, Luftabwehrsysteme und luftgestützte Radarsysteme in die vom Iran-Krieg betroffenen verbündeten Länder zu verlegen. Er verwies auf die Verteidigungsabkommen Frankreichs mit Katar, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie auf die Verpflichtungen gegenüber dem Irak und Jordanien.

„Wir haben in legitimer Verteidigung seit den ersten Stunden des Konflikts Drohnen abgeschossen, um den Luftraum unserer Verbündeten zu schützen“, sagte Macron, ohne Einzelheiten zu nennen. Bereits im Herbst 2024 brachte Frankreich vorsorglich einen Hubschrauberträger vor der Küste des Libanon für den Fall einer Rückholaktion für französische Staatsbürger in Stellung, während Israel wie derzeit gegen die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon kämpfte.

Der stellvertretende iranische Außenminister Madschid Tacht-Rawantschi warnte im Sender France24, falls sich Länder „den USA und Israel bei der Aggression gegen den Iran anschließen, werden sie definitiv ebenfalls ein legitimes Ziel für iranische Vergeltungsmaßnahmen sein“. Teheran habe „die Europäer und alle anderen“ bereits informiert, dass sie vorsichtig sein sollten, sich nicht in den Krieg hineinziehen zu lassen, sagte Tacht-Rawantschi.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP/dpa

Source: n-tv.de