Laut EU-Kommission kamen 2024 täglich rund zwölf Millionen Pakete in der EU an, u.a. von Temu und Shein.
Unzählige Pakete kommen von Online-Händlern wie Shein, Temu, AliExpress und Co in die EU. Die Flut kleiner Päckchen ist teuer – eine Bearbeitungsgebühr soll helfen, die steigenden Kosten zu decken.
Im Kampf gegen die Flut kleiner Pakete von Online-Käufen aus Drittstaaten führt die EU eine neue Bearbeitungsgebühr ein. Ab 1. November soll die neue Abgabe für jedes im Internet bestellte und in die EU eingeführte Produkt gelten und von den nationalen Behörden erhoben werden. Darauf einigten sich Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Länder in Brüssel, wie beide mitteilten.
Appell an Bundesregierung
So will BTE-Präsident Mark Rauschen Shein und Co stoppen
Der Handelsverband für Textil Schuhe Lederwaren, BTE, appelliert an Bundesregierung und EU, umgehend wirksame Maßnahmen gegen den massenhaften Import schadstoffbelasteter Billigware über asiatische Online-Plattformen wie Temu und Shein zu ergreifen. Landesverbände starten indessen plakative Aufklärungskampagnen.
Neue Zollgebühren kommen
Die Bearbeitungsgebühr kommt zusätzlich zu den geplanten neuen Zollgebühren. Zwar können Pakete mit einem Wert von bis zu 150 Euro bislang zollfrei in die Staatengemeinschaft eingeführt werden. Um unerwünschten Billigimporten etwas entgegenzusetzen, gilt jedoch ab Juli für jedes Paket mit einem Warenwert bis 150 Euro eine Abgabe in Höhe von 3 Euro. Diese Maßnahme soll vorübergehend gelten, bis eine neue digitale Plattform zur Abwicklung und Kontrolle an den Start geht und dann alle in die EU importierten Waren ab dem ersten Euro zollpflichtig sind. Derzeit ist das für 2028 geplant.
Online-Handel
Shein, Temu & Co: EU beschließt Paket-Abgabe schon ab Juli 2026
Von Online-Händlern wie Shein, Temu, AliExpress und Co kommen unzählige Pakete in die EU. Um die Paketflut einzudämmen, soll es für die Importeure nun teurer werden – und somit auch für Verbraucher?
E-Commerce
Mehr Marktplatz, mehr Stores: Shein erweitert Europa-Business
Shein will in Europa Gas geben und hat Deutschland als zentralen Wachstumstreiber der europäischen Strategie definiert. Dafür hat der Online-Retailer seinen Marktplatz ausgebaut und integriert nun gezielt lokale deutsche Händler. Vorbild: Amazon.
Shopping-Portale bei Verbrauchern beliebt
Nach Angaben des Handelsverbandes Deutschland (HDE) werden täglich etwa 400.000 Pakete von Shein und Temu an deutsche Kunden verschickt. Der Umsatz der beiden Portale in Deutschland lag 2024 demnach zwischen 2,7 Mrd. und 3,3 Mrd. Euro. Laut HDE kauften im vergangenen Jahr mehr als 14 Millionen Menschen hierzulande bei Temu und Shein ein.
Temu ist ein Online-Marktplatz, auf dem zahlreiche Unternehmen verschiedene Waren verkaufen. Das chinesische Unternehmen ist seit Frühjahr 2023 in Deutschland aktiv und sorgt immer wieder mit Minipreisen und hohen Rabatten für Aufsehen. Produkte werden häufig direkt vom Hersteller zum Kunden geliefert.
Temu, Shein und Co
Verbraucher shoppen trotz Skepsis bei asiatischen Plattformen
Asiatische Shopping-Plattformen haben nicht das beste Image. Vor allem in ausgewählten Produktkategorien haben Verbraucher laut einer Umfrage des ECC Köln Bedenken – bestellen aber dennoch bei den Anbietern.
Der in China gegründete und heute in Singapur ansässige Modekonzern Shein ist sowohl Hersteller und Händler als auch Marktplatz. Beide Anbieter sind umstritten. Politiker, Handelsvertreter und Verbraucherschützer monieren unter anderem Produktqualität, mangelnde Kontrollen und unfaire Wettbewerbsbedingungen.
Neben der neuen Bearbeitungsgebühr sollen weitere Maßnahmen im Rahmen der Reform des EU-Zollrahmens dafür sorgen, den globalen Handel zu erleichtern, Zölle effizienter zu erheben und die Kontrollen von nicht konformen, gefährlichen oder unsicheren Waren zu verschärfen, wie die EU-Länder mitteilten.
Plattform-Business
Temu zieht mit Amazon gleich
Temu hat 2025 den Marktanteil im globalen Cross Border Commerce auf 24% gesteigert und damit die lange unangefochtene Nummer Eins, Amazon, eingeholt. Das sind die Gewinner und Verlierer.