Krieg und Krisen überschatten auch in diesem Jahr Ostern. Umso stärker betonen die Kirchen in Deutschland die tröstende Botschaft des Festes und rufen zu Frieden und Versöhnung auf.
Angesichts der zahlreichen Kriege und Konflikte weltweit haben die christlichen Kirchen in Deutschland zu Ostern zum Engagement für Frieden und Versöhnung aufgerufen.
Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischöfin Kirsten Fehrs, bezeichnete die Osterbotschaft als Quelle von Hoffnung und Halt angesichts wachsender Verunsicherung durch Krisen und Kriege. Die Auferstehung Jesu sei „eine der machtvollsten Hoffnungsgeschichten, die wir kennen“. Sie bekräftige „die Zuversicht, dass das Leben siegt, inmitten all der Kriege und des Elends dieser Tage“.
Widerstand gegen das Recht des Stärkeren
Der Bremer Kirchenpräsident Bernd Kuschnerus sieht Ostern als „Gegenbewegung zu den Kräften des Todes in dieser Welt“. „Wir dürfen nicht schweigen, wenn Mächtige das Recht des Stärkeren propagieren und denken, sie könnten sich mit Gewalt nehmen, was sie wollen“, betonte er: „Wir können auch nicht einfach zusehen, wenn Einzelne oder ganze Menschengruppen ausgegrenzt werden.“
Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister betonte in seiner Osterpredigt die Kraft von Ritualen. „Tradition und Rituale, Gewohnheiten und Wiederholungen, die sich in diese Osterfesttage einweben, helfen mir“, sagte der evangelische Bischof in der Marktkirche in Hannover. „Sie helfen mir, mit diesen unglaublichen Fragen von Christi Auferstehung umzugehen.“
Auferstehung eine „skandalöse Idee“
„Ostern ist eine Rebellion gegen den Tod“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz der katholischen Kirche, Bischof Heiner Wilmer. Die Auferstehung sei eine „skandalöse Idee; man muss schon ein wenig verrückt sein, um das zu behaupten.“ Sie stelle eine bewusste Gegenposition zu Hoffnungslosigkeit dar, so der Hildesheimer Bischof in seiner Osterpredigt.
Die christliche Botschaft widerspreche der Vorstellung, dass das Leben mit dem Tod ende. Wilmer, der im Juni als Bischof nach Münster wechselt, ermutigte die Christen, auch in schwierigen Lebenslagen an dieser Hoffnung festzuhalten.
Gegen Hass und Verschwörungstheorien
Der Münchner Kardinal Reinhard Marx sagte in der Osternacht, die Menschen sollten sich in ihrem Engagement für Frieden und Solidarität nicht entmutigen lassen. Ostern unterstreiche, dass die Hoffnung auf eine bessere Welt keine naive Träumerei, sondern realistisch sei.
Gerade jetzt brauche es österliche Menschen, die sich mit ihrer Begeisterungsfähigkeit gegen Egoismus, Hass und Verschwörungstheorien stellten, so der katholische Geistliche. Die Geschichte der Menschheit sei nicht nur eine von Siegern und Besiegten, sondern ebenso von Frieden, Solidarität und Gerechtigkeit.
Source: tagesschau.de