Bei der Parlamentswahl in Ungarn entscheidet sich, ob Viktor Orbán an der Macht bleibt. Herausforderer Peter Magyar tritt mit guten Umfragewerten an – beide haben am Morgen ihre Stimmen abgegeben.
In Ungarn hat am Sonntagmorgen die Parlamentswahl begonnen. Die Abstimmung gilt als wichtigste Wählerentscheidung seit der demokratischen Wende 1989/90. Ihr Ausgang entscheidet darüber, ob Ministerpräsident Viktor Orbán ein weiteres Mandat erhält oder die Macht verliert.
Jüngsten Umfragen zufolge hat Orbáns Herausforderer Peter Magyar gute Chancen auf einen Wahlsieg. Der 45-jährige Magyar ist ein ehemaliger Gefolgsmann Orbáns, der demonstrativ mit ihm gebrochen hat. Mit der bürgerlichen Tisza-Partei hat er eine Oppositionskraft geschaffen, die eine Wende verspricht und große Beliebtheit erlangt hat.
Bereits am Morgen gaben Orbán und Magyar in Budapest ihre Stimme ab. Orbán erklärte nach der Stimmabgabe vor Journalisten, dass er seinem Herausforderer Magyar gratulieren würde, sollte dieser die Wahl gewinnen. Auf die Frage, welches Ausmaß eine Niederlage seiner Partei Fidesz haben müsste, damit er deren Vorsitz niederlegt, sagte Orbán kurz: „Ein großes“.
Magyar betonte, er sei sicher, dass seine Partei die Wahl gewinne. Er erwarte zudem eine „Rekord-Wahlbeteiligung“. Drei Stunden nach Öffnung der Wahllokale lag die Wahlbeteiligung landesweit bei 16,89 Prozent und damit deutlich höher als bei der letzten Wahl zum selben Zeitpunkt, als sie 10,31 Prozent betrug.
Orbán hat in den 16 Jahren seiner Regierung einen halb-autoritären Staat errichtet, sein Land auf einen Konfrontationskurs zur EU gesteuert und sich mit Russland und der US-Regierung von Präsident Donald Trump verbündet. Magyar versprach im Wahlkampf, das Land wieder zu einem konstruktiven Partner in der Europäischen Union zu machen.
Rund acht Millionen Bürger sind wahlberechtigt. Die Wahllokale öffneten um 6.00 Uhr und schließen um 19.00 Uhr. Es gibt keine Wahltagsumfragen und keine Hochrechnungen. Mit aussagekräftigen Teilergebnissen wird am späten Sonntagabend gerechnet.
dpa/jho
Source: welt.de