Oper und Ballett „wissbegierig niemanden“ – Empörung weiterführend Aussage von Timothée Chalamet

Timothée Chalamet hat sich einen veritablen Shitstorm eingefangen: Namhafte Opernhäuser reagieren auf eine Bemerkung des 30-jährigen Schauspielers, dass Oper und Ballett angeblich „niemanden“ mehr interessieren würden.

Der Videoschnipsel dieses Interviews kursierte in Windeseile in den sozialen Medien: Mit einer Bemerkung über angeblich mangelndes Interesse an Oper und Ballett hat Hollywood-Star Timothée Chalamet (30) weltweit für Empörung gesorgt. Kulturschaffende, aber auch große Opernhäuser reagierten umgehend auf die Äußerung des Oscar-Anwärters.

Chalamet – aktuell für seine Rolle als ehrgeiziger Tischtennisspieler in dem Film „Marty Supreme“ als bester Hauptdarsteller für einen Oscar nominiert – sprach mit seinem Kollegen Matthew McConaughey (56) unter anderem über die Zukunft der Kinobranche und das Interesse von Zuschauern an Filmen. Im Verlauf der (immerhin knapp 90-minütigen Gesprächsrunde) sagte Chalamet dann flapsig, dass er nicht in Bereichen wie Ballett oder Oper arbeiten wolle, für „Dinge, bei denen man sagt, ‚Hey, erhaltet diese Sache am Leben, obwohl sich niemand mehr dafür interessiert‘“.

Der Schauspieler fügte dann zwar noch schnell hinzu, dass er größten Respekt für die „Ballett- und Opernleute da draußen“ habe und witzelte, dass er nun in der Zuschauergunst wohl abgesackt sei. Doch die Aussage war längst nicht mehr einzufangen.

Seitdem haben sich diverse Kunsthäuser, aber auch Künstler zu Wort gemeldet, und ihr Unverständnis ausgedrückt. „Ehrlich gesagt bin ich schockiert, dass jemand, der scheinbar so erfolgreich ist, in seinen Ansichten über Kunst so ungeschickt und engstirnig sein kann, während er sich selbst als (einen) Künstler betrachtet, wie ich es mir nur als Schauspieler vorstellen könnte …“, schrieb laut dem „Hollywood Reporter“ die US-Opernsängerin Isabel Leonard. Und weiter: „Nur ein schwacher Mensch/Künstler verspürt das Bedürfnis, in der Tat genau DIE Künste herabzusetzen, die jene inspirieren würden, die daran interessiert sind, genau das zu tun: langsamer zu machen.“

Die New Yorker Metropolitan Opera postete auf TikTok ein Video von Mitarbeitern hinter den Kulissen, Musikern und Zuschauern im vollen Opernsaal, mit dem Untertitel – „Das hier ist für dich, Timothée Chalamet“. Das Operhaus in Los Angeles schrieb auf Instagram an den Schauspieler gerichtet: „Sorry, wir würden dir Freikarten für die Oper ‚Akhnaten‘ geben, aber die Vorstellung ist fast ausverkauft. Es gibt noch ein paar Plätze zu kaufen, wenn du dich beeilst“.

Schlagfertige Reaktionen auch aus Europa

Auch Opernhäuser in Europa konterten schlagfertig. Die Wiener Staatsoper verlinkte auf Instagram die Äußerung von Chalamet und startete eine Umfrage auf der Straße – „Sind Oper und Ballett den Leuten wirklich egal?“. Die Bühne in Wien würde auf ihn warten, schrieb das Haus zu einer „persönlichen Einladung“ für den Schauspieler.

Die Bayerische Staatsoper und das Staatsballett posteten einen kurzen Clip mit Chalamets Zitat, unmittelbar gefolgt von einem Video mit klatschendem Publikum im vollen Saal nach einer Aufführung.

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Auch die Royal Opera in London ging in die Offensive. Das Operhaus unterlegte die Worte des Schauspielers mit einem temporeichen Video von Proben und Aufführungen, mit dem Hinweis, dass sich hier jeden Abend Tausende versammeln würden. „Wenn du es dir anders überlegen willst, unsere Türen stehen dir offen“, heißt es in dem an Chalamet gerichteten Posting.

dpa/krott

Source: welt.de

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