ÖPNV soll in Nordrhein-Westfalen stillstehen

Stand: 13.03.2026 • 12:58 Uhr

In der kommenden Woche ruft die Gewerkschaft Verdi in ganz NRW zu einem zweitägigen Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr auf. Der ÖPNV soll am Dienstag „spürbar“ stillstehen.

Schon am Montag sollen laut Verdi landesweit die Beschäftigten in den Verwaltungen und Kundenzentren der Nahverkehrsunternehmen streiken. Am Dienstag sollen dann in fast allen NRW-Regionen Busse und Straßenbahnen „spürbar von der frühesten Frühschicht bis zur spätesten Spätschicht stillstehen“.

S-Bahnen und Regionalzüge fahren – und mancherorts auch Busse

S-Bahnen und Regionalzüge sind vom Warnstreik nicht betroffen. Und auch in Sachen ÖPNV-Warnstreik gibt es einige Ausnahmen: Nach Verdi-Angaben sind das Leverkusener Nahverkehrsunternehmen Wupsi, die Bahnen der Stadt Monheim, die Fahrzeuge von Stadtbus Gütersloh sowie die Stadtwerke Hamm und Münster ebenfalls nicht betroffen. In Aachen fährt das Unternehmen Aseag, dieses ist ohnehin kein Teil des Tarifkonflikts.

In Siegen und im Kreis Olpe werden die Auswirkungen laut WDR-Informationen als gering eingeschätzt, weil bei den Verkehrsbetrieben Westfalen-Süd (VWS) viele Mitarbeitende nicht betroffen sind. In Duisburg sollen die DVG-Nachtexpresslinien ganztägig im Stundentakt fahren. Auch in den Kreisen Kleve und Wesel soll ein Großteil der NIAG-Busfahrten stattfinden. Die Düsseldorfer Rheinbahn wird derweil versuchen, ihr bei Streiks übliches Not-Netz mit Bussen aufrechtzuerhalten.

Erste beiden Runden der ÖPNV-Tarifverhandlungen ohne Ergebnis

Hintergrund der erneuten Arbeitsniederlegung sind die Tarifverhandlungen im ÖPNV. Der Gewerkschaft Verdi zufolge liegen die Forderungen der Beschäftigten den Arbeitgebern seit November vor, auch nach zwei Verhandlungsrunden gebe es aber noch kein verhandlungsfähiges Angebot. „Stattdessen haben die Arbeitgeber einen Katalog mit Gegenforderungen vorgelegt, ohne konkret auf die Forderungen der Beschäftigten einzugehen“, schreibt Verdi.

Torsten Herbert, Geschäftsführer und Pressesprecher des Kommunalen Arbeitgeberverbands NRW, kritisierte den landesweiten Warnstreik. „Wir hätten gerne vor der dritten Verhandlungsrunde mit der Gewerkschaft Verdi in Arbeitsgruppen eine Annäherung erreicht. Da Verdi auch dieses ablehnt, gibt es aktuell keinen neuen Sachstand“, erklärte er am Freitagvormittag auf WDR-Anfrage.

Die zweite Runde der Tarifverhandlungen war Anfang März ergebnislos zu Ende gegangen. Ab dem 24. März werden die Tarifverhandlungen fortgesetzt. Mehr als 30 kommunale Verkehrsunternehmen mit rund 30.000 Beschäftigten sind in Nordrhein-Westfalen von der Tarifrunde betroffen.

Auch in Köln steht der nächste ÖPNV-Streik an.

Der Kommunale Arbeitgeberverband NRW wirft Verdi seit Wochen vor, die Augen vor der desolaten Finanzlage der Verkehrsbetriebe zu verschließen. „Die Forderungen von Verdi sind unrealistisch und komplett aus der Zeit gefallen“, sagte Geschäftsführer Herbert. Die Gewerkschaft will die wöchentliche Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich verkürzen. Die Ruhezeit zwischen zwei Schichten soll außerdem von zehn auf elf Stunden erhöht werden. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll von 25 Prozent des Stundenentgelts auf mindestens 40 Prozent steigen.

Mehrere ÖPNV-Streiks schon in dieser Woche

Schon in dieser Woche hatte Verdi mehrmals zu ganztägigen Warnstreiks im ÖPNV aufgerufen – allerdings nicht landesweit, sondern regional. So legten am Mittwoch Beschäftigte der kommunalen Nahverkehrsunternehmen in Duisburg und am Niederrhein die Arbeit nieder, gestern folgten das Ruhrgebiet und der Märkische Kreis.

Heute sind das Münsterland und Ostwestfalen betroffen: In Münster, Bielefeld und Gütersloh fahren ganztägig keine Busse und Straßenbahnen.

Unsere Quellen:

  • Pressemitteilung der Gewerkschaft Verdi
  • Nachrichtenagentur dpa/lnw
  • Verkehrsbetriebe aus NRW
  • Torsten Herbert, Geschäftsführer und Pressesprecher des Kommunalen Arbeitgeberverbands NRW

Sendung: WDR 2, Nachrichten, 13.03.2026, 10.30 Uhr

Source: tagesschau.de