Öl- und Gaspreise steigen drastisch an – Irans Marinechef nennt Trumps Blockade-Drohung „lächerlich“

Die US-Armee kündigt die Blockade der Straße von Hormus für Montagnachmittag an. Irans Marinechef bezeichnet die Drohung als „absurd“. An den Energiemärkten zeigte die US-Ankündigung ihre Wirkung. Mehr im Liveticker.

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Am 28. Februar begannen die USA und Israel, den Iran anzugreifen. Führungsfiguren des Regimes in Teheran wurden ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgte Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nahmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockierten weitgehend die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.

Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:

06:30 Uhr – EU-Kommission berät über Situation im Nahen Osten und Energiepreise

Die Mitglieder der EU-Kommission beraten bei ihrem wöchentlichen Treffen am Montag über die Lage im Nahen Osten und die Auswirkungen auf Europa. Angesichts der „aktuellen geopolitischen Lage“ habe Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen das Thema auf die Agenda gesetzt, sagte eine Sprecherin. Dabei soll es demnach um alle von dem Iran-Krieg betroffenen Politikbereiche gehen, „von Energie bis Verkehr, von Migration bis zur inneren Sicherheit“.

05:36 Uhr – Irans Marinechef nennt Trumps Blockade-Drohung für Straße von Hormus „lächerlich“

Die Ankündigung Trumps, die Straße von Hormus zu blockieren, ist vom Chef der iranischen Marine als „lächerlich“ zurückgewiesen worden. Schahram Irani sagte am Sonntagabend nach Angaben des Staatsfernsehens: „Die Drohungen des US-Präsidenten, Iran auf See zu blockieren, sind lächerlich und absurd.“ Die iranische Marine „überwacht und kontrolliert alle Bewegungen der aggressiven US-Armee in der Region“.

04:34 Uhr – Nach Kritik an Iran-Kurs: Trump nennt Papst Leo „schwach“

US-Präsident Trump hat Papst Leo nach dessen Kritik an der amerikanischen Außen- ​und Einwanderungspolitik scharf angegriffen. Der Pontifex sei „schwach“ bei der Kriminalitätsbekämpfung und „schrecklich“ für die Außenpolitik, schrieb ⁠Trump am späten Sonntagabend auf Truth Social. „Leo sollte sich als Papst zusammenreißen“, schrieb Trump in seinem Beitrag weiter und erklärte später gegenüber Reportern, er sei kein großer Fan des Pontifex.

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03:52 Uhr – Trump: Rückkehr des Iran an den Verhandlungstisch würde keine Rolle spielen

Eine Rückkehr Teherans zu Verhandlungen über eine dauerhafte Beendigung des Iran-Krieges würde US-Präsident Trump zufolge keine Rolle spielen. „Es ist mir egal, ob sie zurückkommen oder nicht“, sagte Trump am Sonntag vor Journalisten auf dem Luftwaffenstützpunkt Joint Base Andrews vor den Toren der US-Hauptstadt Washington. „Wenn sie nicht zurückkommen, ist das für mich in Ordnung“, fügte er hinzu.

03:35 Uhr – Öl- und Gaspreise steigen stark an

Die Ankündigung der US-Blockade in der Straße von Hormus hat die Ölpreise am Montag über die Marke von 100 ​Dollar getrieben. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um rund acht Prozent auf 102,80 US-Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl ⁠WTI stieg um 8,6 Prozent auf 104,88 US-Dollar.

Die europäischen Erdgaspreise stiegen am Montag im frühen asiatischen Handel stark an. Die niederländischen TTF-Futures legten um bis zu 18 Prozent auf 51,30 € pro Megawattstunde zu.

Gold gab um 0,7 Prozent auf etwa 4.720 Us-Dollar pro Unze nach, da höhere Ölpreise die Erwartung schürten, dass die Zinsen auf hohem Niveau bleiben werden, was auf nicht verzinsliche Anlagen wie Gold lastete. Bitcoin gab leicht nach und notierte bei etwa 71.000 Us-Dollar.

00:59 Uhr – Irans Außenminister: USA ließen konstruktive Gespräche scheitern

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat den USA vorgeworfen, die Gespräche in Pakistan trotz vielversprechender Aussichten zum Scheitern gebracht zu haben. Sein Land habe „in gutem Glauben“ mit den Vereinigten Staaten über ein Kriegsende verhandelt, schrieb Araghtschi am Sonntag auf der Online-Plattform X. Doch sei der Iran „nur wenige Zentimeter“ vor einer „Islamabad-MoU“ auf Maximalforderungen, wechselnde Zielvorgaben und Blockade gestoßen, ergänzte er. Mit „MoU“ meinte er die Abkürzung für „Memorandum of Understanding“, also eine Absichtserklärung.

00:01 Uhr – CDU-Außenpolitiker: Trumps Seeblockade eher Verhandlungstaktik

Der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt hält die Ankündigung einer Seeblockade in der Straße von Hormus durch US-Präsident Donald Trump in erster Linie für eine Verhandlungstaktik. „Präsident Trump kann keine blockierten Handelswege gebrauchen“, sagte Hardt der „Rheinischen Post“. „Das führt auch in den USA zu steigenden Preisen und schwächt ihn innenpolitisch“, sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion.

„Beide Seiten versuchen, ihre Verhandlungsposition zu verbessern. Ich sehe Trumps Äußerungen über eine mögliche US-Blockade eher als Verhandlungstaktik.“ Außerdem habe man gelernt, „bei ihm nicht jedes Wort sofort als endgültige Festlegung zu verstehen“, meinte der CDU-Politiker.

Sonntag, 12. April 2026

23:46 Uhr – US-Militär: Seeblockade der Straße von Hormus beginnt Montag

Die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Seeblockade der Straße von Hormus durch das US-Militär soll am Montag beginnen. Ab 10 Uhr US-Ostküstenzeit (16 Uhr MESZ) werde der Seeverkehr für Schiffe blockiert, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, kündigte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) auf der Plattform X an.

Dies schließe iranische Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman ein. Die Blockade werde gegenüber Schiffen aller Nationen durchgesetzt, hieß es weiter.

Zugleich erläuterte Centcom, dass die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus, deren Ziel oder Startpunkt nicht ein iranischer Hafen ist, durch das US-Militär nicht beeinträchtigt werde.

22:53 Uhr – US-Kreise: Teheran wollte Washingtons rote Linien nicht akzeptieren

Der Iran hat bei den vorerst gescheiterten Gesprächen in Pakistan nicht allen roten Linien Washingtons für ein Kriegsende zustimmen wollen. Dies teilte ein US-Regierungsmitglied am Sonntag der Nachrichtenagentur AP mit. Kernziel der US-Unterhändler sei gewesen, sicherzustellen, dass der Iran niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Es habe aber weitere von den USA gezogene rote Linien gegeben, gegen die der Iran Einwände erhoben habe, sagte die Quelle.

Dazu gehöre, dass der Iran die Urananreicherung beende, seine wichtigsten Anreicherungsanlagen demontiere, die Bergung seines hochangereicherten Urans erlaube, die Finanzierung der Hamas, der Hisbollah im Libanon und der Huthi-Miliz im Jemen einstelle, einen umfassenderen Rahmen für Frieden und Sicherheit in der Region schaffe und die Straße von Hormus öffne.

21:38 Uhr – Regierung: Libanon bemüht sich um Ende des Kriegs und Abzug israelischer Truppen

Der Libanon strebt nach den Worten von Regierungschef Nawaf Salam die Beendigung des Kriegs zwischen Israel und der Hisbollah sowie einen Abzug der israelischen Truppen an. „Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, diesen Krieg zu beenden, den Abzug Israels aus all unseren Gebieten sicherzustellen, die Rückkehr aller Gefangenen zu erreichen, unsere zerstörten Dörfer und Städte wieder aufzubauen und die sichere Rückkehr der Vertriebenen zu gewährleisten“, sagte Salam in einer Fernsehansprache am Sonntag.

Der Libanon bemühe sich weiterhin, „Verhandlungen zu führen, um den Krieg zu beenden“, betonte er. Salam äußerte sich vor für Dienstag geplanten direkten Gesprächen Israels und des Libanon im US-Außenministerium in Washington. Die libanesische Präsidentschaft teilte am Freitag mit, dabei würde über eine Waffenruhe zwischen der Hisbollah und Israel verhandelt werden. Die israelische Regierung strebt nach eigenen Angaben Gespräche über eine Entwaffnung der vom Iran finanzierten Hisbollah-Miliz und über friedliche Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern an.

21:05 Uhr – Trump: Ölpreise könnten bis November hoch bleiben

Trump geht nach eigenen Worten davon aus, dass die Öl- und Benzinpreise bis zu den Zwischenwahlen in den ​USA im November hoch bleiben werden. Das ist ein seltenes Eingeständnis der möglichen politischen Folgen seiner Entscheidung von Ende Februar, ⁠den Iran anzugreifen. „Es könnte so sein, oder gleich bleiben, oder vielleicht ein bisschen höher, aber es dürfte in etwa gleich bleiben“, sagte Trump am Sonntag dem US-Sender Fox.

19:43 Uhr – Trump droht China mit Zöllen im Fall von Waffenlieferungen an Iran

Trump droht China mit Zöllen von 50 Prozent, sollte die Volksrepublik Waffen an den Iran verkaufen. Er habe Berichte gehört, wonach China dem Iran Flugabwehrraketen geliefert habe, die ein Soldat von der Schulter aus abfeuern könne, sagte Trump am Sonntag dem Sender Fox News. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, werde er chinesische Waren mit Zöllen belegen.

17:39 Uhr – Iran: Einigung mit USA unter bestimmten Bedingungen greifbar nah

Der Iran ist iranischen Staatsmedien zufolge zu einem „ausgewogenen und fairen“ Abkommen bereit, das dauerhaften Frieden und Sicherheit gewährleistet. Eine Einigung sei nicht in weiter Ferne, sollten die USA „in den Rahmen des Völkerrechts zurückkehren“, sagt der iranische Präsident Massud Peseschkian nach dem Bericht in einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir ​Putin.

17:26 Uhr – Oman: „Schmerzhafte Zugeständnisse“ im Iran-Krieg nötig

Für einen Frieden im Iran-Krieg müssen sich die Konfliktparteien nach Ansicht von Omans Außenminister Badr al-Busaidi womöglich zu großen Zusagen durchringen. „Der Erfolg erfordert möglicherweise, dass alle schmerzhafte Zugeständnisse machen, aber das ist gar nichts im Vergleich zum Schmerz und Versagen des Krieges“, teilte al-Busaidi bei X mit. Er drängte darauf, dass die zuvor geltende Waffenruhe verlängert und die Gespräche fortgesetzt werden.

Der Minister erklärte, er habe US-Vizepräsident JD Vance nur „Stunden vor Kriegsbeginn“ am 28. Februar persönlich getroffen. Dabei habe er den Eindruck gewonnen, dass Vance und auch US-Präsident Donald Trump die „Verstrickungen des Krieges“ unbedingt vermeiden wollten.

dpa/AFP/AP/Reuters/ceb/saha/mol/jmr/coh/jho/rct

Source: welt.de

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