Nutzung durch Iran verhindern: Wichtige Satellitenfirma hält gen Bitten welcher USA Bilder aus Nahost zurück

Nutzung durch Iran verhindernWichtige Satellitenfirma hält auf Bitten der USA Bilder aus Nahost zurück

05.04.2026, 06:50 Uhr

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Dieses Satellitenbild von Planet Labs zeigt Schäden nach einem iranischen Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt Prinz Sultan in Saudi-Arabien. Es wurde Ende März mit zweiwöchiger Verzögerung zur Verfügung gestellt. (Foto: picture alliance/dpa/Planet Labs PBC/AP)

Satellitenbilder werden vom Militär zur Zielidentifizierung, Waffenlenkung und Raketenverfolgung genutzt. Das Pentagon hat offenbar die Befürchtung, dass der Iran von solchen Bildern im Nahen Osten profitiert – und findet bei einem wichtigen Anbieter Gehör.

Der Anbieter von Satellitenbildern Planet Labs stellt auf Bitten der US-Regierung die Veröffentlichung von Aufnahmen aus dem Iran und der Konfliktregion im Nahen Osten auf unbestimmte Zeit ein. Das kalifornische Unternehmen komme damit einer Aufforderung der Regierung in Washington nach, teilte es in einer E-Mail an Kunden mit. Demnach hat die US-Regierung alle Anbieter von Satellitenbildern aufgefordert, auf unbestimmte Zeit keine Bilder aus der Konfliktregion zu veröffentlichen.

Die Maßnahme verschärft eine bereits im Vormonat verhängte Regelung, die eine 14-tägige Verzögerung bei der Veröffentlichung von Bildern vorsah. Damit sollte verhindert werden, dass Gegner die Aufnahmen für Angriffe auf die USA und ihre Verbündeten nutzen, wie das Unternehmen damals erklärt hatte. Planet Labs zufolge werden nun Bilder zurückgehalten, die bis zum 9. März zurückreichen. Die Regelung solle bis zum Ende des Konflikts in Kraft bleiben. „Dies sind außergewöhnliche Umstände, und wir tun alles, was wir können, um die Interessen all unserer Anspruchsgruppen in Einklang zu bringen“, erklärte das Unternehmen. Künftig sollen Bilder nur noch im Einzelfall für dringende und wichtige Zwecke oder im öffentlichen Interesse freigegeben werden.

Der Krieg in der Region begann mit einem Angriff der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar. Der Konflikt weitete sich aus, als Teheran mit eigenen Angriffen auf Israel und US-Stützpunkte in Golfstaaten wie Saudi-Arabien, Kuwait und Bahrain reagierte. Satellitenbilder werden vom Militär unter anderem zur Zielidentifizierung, Waffenlenkung und Raketenverfolgung genutzt. Der Konkurrent Vantor, ehemals Maxar Technologies, teilte der Nachrichtenagentur Reuters mit, dass die US-Regierung das Unternehmen nicht kontaktiert habe. Das Unternehmen wende jedoch bereits eigene, verschärfte Zugangskontrollen für Teile des Nahen Ostens an. Das Pentagon lehnte eine Stellungnahme ab.

Quelle: ntv.de, dsc/rts

Source: n-tv.de