Vermutlich
existiert derzeit kein anderer Schriftsteller, dessen Sätze zunächst so
abweisend erscheinen können wie die des neuen Literaturnobelpreisträgers László Krasznahorkai. Selbst die gutmütigsten Leser können dem Irrtum erliegen, hier
werde schwer Verdauliches serviert, sobald sie einen Roman des Ungarn öffnen
und die absatzlosen Kaskaden erblicken, diese Sätze, die manchmal über zwölf,
manchmal 37 Seiten oder gleich mehrere Hundert gehen. Krasznahorkais Poetik der
Uferlosigkeit hat er selbst öfter so erklärt: Nur Gott dürfe Punkte setzen, dem
Menschen bliebe nur das Komma übrig.