„No Other Choice“ von Park Chan-wook: Unter welchem Baum liegt die Leiche?

Kein anderes Kino setzt den Kampf zwischen Unten und Oben so drastisch, so erschreckend und so unterhaltsam in Szene wie das südkoreanische. Von Klassikern wie The Housemaid (1960) über den Oscar-Preisträger Parasite bis zu globalen Serienerfolgen wie Squid Game – man begegnet grotesk übersteigerten Wirklichkeiten, die stets den verrotteten Kern einer Gesellschaft zum Vorschein bringen. Und auf eines kann man sich verlassen: Alles endet im Gewaltexzess, im blutigen Schlamassel.

No Other Choice, bereits der Titel des neuen Films von Park Chan-wook (Oldboy, Die Frau im Nebel) scheint Extreme zu rechtfertigen. Melodramatisch ziehen sich Wolken über einem Haus zusammen, werfen ihre Schatten auf den Grill voller Aale und auf die vierköpfige Familie am Gartentisch. Man-su, der höhere Angestellte einer Papierfabrik, verliert wegen der Krise der Branche seine Arbeit. Es droht der soziale Abstieg. Die Ehefrau gibt ihre Tennisstunden auf, das zweite Auto muss verkauft werden, die flauschigen Hunde wandern zu den Großeltern, die Hypothek für das geliebte Eigenheim kann nicht mehr bezahlt werden. Kurz: Man-su (Lee Byung-hun, als Spielleiter aus Squid Game bekannt) hat gar keine andere Wahl, als die Handvoll Mitbewerber für einen neuen Job auszuschalten. Tatwaffe ist die Armeepistole seines Vaters aus der Vitrine.

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