„Nicht unsere Vereinbarung!“: Trump wird ungeduldig wegen Hormus-Entblockung

„Nicht unsere Vereinbarung!“Trump wird ungeduldig wegen Hormus-Öffnung

10.04.2026, 03:25 Uhr

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Will, dass das Öl schnell wieder fließt: US-Präsident Trump. (Foto: IMAGO/Newscom World)

Im Zuge der Waffenruhe mit den USA erklärt sich der Iran bereit, die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Über die Bedingungen gibt es aber offenbar unterschiedliche Vorstellungen. US-Präsident Trump warnt Teheran davor, Gebühren zu verlangen.

US-Präsident Donald Trump hat Teheran vor dem Erheben von Mautgebühren in der Straße von Hormus gewarnt. „Es gibt Berichte, dass der Iran Tanker, die durch die Straße von Hormus fahren, zur Kasse bittet“, erklärte Trump auf seinem Sprachrohr Truth Social. „Das sollten sie besser nicht tun, und falls doch, sollten sie sofort damit aufhören.“

In einem weiteren Beitrag fügte er hinzu, dass „sehr schnell Öl zu fließen beginnen wird, mit oder ohne die Hilfe des Iran“. Später warf Trump in einem dritten Beitrag Teheran vor, „seine Aufgabe, den Öltransport durch die Straße von Hormus zu ermöglichen, sehr schlecht“ zu erfüllen. „Das ist nicht die Vereinbarung, die wir getroffen haben“, fügte er hinzu.

Bislang kam ein Tanker durch

Die USA und der Iran hatten sich in der Nacht zum Mittwoch unter Vermittlung Pakistans nach mehr als fünf Wochen Krieg auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Die Führung in Teheran erklärte sich im Gegenzug bereit, die Straße von Hormus wieder zu öffnen – betonte jedoch, die Meerenge weiter kontrollieren und möglicherweise Maut für die Passage kassieren zu wollen.

Seit dem Verkünden der Feuerpause waren nur wenige Schiffe durch die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman gefahren, darunter zwei Tanker unter iranischer Flagge, wie das Schifffahrts-Analyseunternehmen Kpler mitteilte. Ein Dutzend weiterer Schiffe nahm am Donnerstag offenbar Kurs auf die Straße von Hormus.

Laut Daten der Plattform Marine Traffic passierte später ein erster nicht-iranischer Tanker die Meerenge. Demnach handelte es sich um den unter gabunischer Flagge fahrenden Öltanker „MSG“. Das Schiff war den Angaben zufolge mit rund 7000 Tonnen Heizöl – einer vergleichsweise kleinen Menge – aus den Vereinigten Arabischen Emiraten Richtung Indien unterwegs.

Reedereien scheuen das Risiko

Der US-Sender CNN berichtet unter Berufung auf Reedereien und Analysten, dass die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Waffenstillstand die Durchfahrt derzeit noch zu riskant machten. Nötig seien unter anderem eine ausdrückliche Genehmigung und Sicherheitsgarantien seitens des Iran und klare Vorgaben dazu, wie und wann die Durchfahrt erfolgen soll. Es fehle zudem eine langfristige Perspektive für die Zukunft der Meerenge. Es könne bis zu sechs Monate dauern, bis eine Rückkehr zur Normalität erreicht sei.

Die Präsidentin des See-Logistikunternehmens Flexport, Sanne Manders, sagte CNN, man habe derzeit „keine Informationen“ darüber, wie die Durchfahrt durch die Meerenge während des Waffenstillstands zu bewerkstelligen sei, und stünde auch nicht in Kontakt mit den iranischen Behörden. Im Moment würden die Reedereien lieber abwarten, dass andere die Passage testen – wahrscheinlich seien das Tanker und Frachter des iranischen Verbündeten China. Zu den vom Iran verlangten Gebühren sagte sie, die Revolutionsgarden würden bis zu 2 Millionen Dollar pro Tanker verlangen. „Die Zahlung erfolgt in chinesischen Yuan oder Kryptowährungen, wodurch das auf dem Dollar basierende Finanzsystem und die US-Sanktionen umgangen werden“, sagte Manders laut CNN.

In Friedenszeiten werden in der Meerenge nach Angaben des Brancheninformationsdienstes Lloyd’s List etwa 120 Durchfahrten pro Tag gezählt. Damit wird normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte durch die Straße von Hormus abgewickelt.

Quelle: ntv.de, ino/AFP

Source: n-tv.de