Nicht alle Schiffe dürfen durchIran will Maut für Straße von Hormus kassieren
31.03.2026, 02:20 Uhr
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Mit der Blockade der Straße von Hormus drosselt der Iran die globale Energieversorgung. Künftig will sich das Regime für die ungehinderte Passage der Meerenge bezahlen lassen. Bestimmten Staaten soll der Zugang aber verwehrt bleiben.
Der Sicherheitsausschuss des iranischen Parlaments hat den Gesetzentwurf für ein Mautsystem in der Straße von Hormus gebilligt. Der Vorschlag solle umgehend im Parlament beraten und verabschiedet werden, sagte das Ausschussmitglied, Modschtaba Sarei, der Nachrichtenagentur Fars. Der Entwurf sieht laut Sarei vor, dass Schiffe aus den USA, Israel sowie aus Staaten, die in den vergangenen Jahren Sanktionen gegen den Iran verhängt haben, die Meerenge nicht passieren dürfen. Auch Schiffe aus der EU wären davon betroffen.
Die Maut soll laut Fars in der Landeswährung Rial erhoben werden. Der Iran will damit die Landeswährung Rial stärken und US-Sanktionen umgehen. Damit hat der Staat die volle Kontrolle über den Geldfluss.
Der Parlamentsausschuss geht damit auf Konfrontationskurs zur US-Regierung. Präsident Donald Trump hat den Iran ultimativ aufgefordert, die für den globalen Energiehandel zentrale Schiffsroute wieder uneingeschränkt zu öffnen. Um den Forderungen mehr Gewicht zu verleihen, erhöht Trump das militärische Drohpotenzial. Nach Berichten von US-Medien sind inzwischen Hunderte Mitglieder von Spezialeinheiten des US-Militärs im Nahen Osten angekommen. Darunter sollen sich auch Soldaten der Army Rangers befinden, die als Speerspitze der Kommandotruppen des US-Heeres gelten, sowie der Navy Seals, einer Eliteeinheit der US-Marine. Die Soldaten könnten unter anderem in Operationen zum Einsatz kommen, die auf die Öffnung beziehungsweise Sicherung der Straße von Hormus abzielen.
Rubio: Für andere Länder ist die Straße wichtiger
Nach Aussage von US-Finanzminister Scott Bessent planen die USA, letztendlich die Kontrolle über die Straße von Hormus zu übernehmen. Dies solle durch amerikanische oder multinationale Eskorten geschehen. Derzeit beginne der Schiffsverkehr durch die wichtige Wasserstraße langsam wieder anzulaufen. In den vergangenen zwei Tagen seien 30 Schiffe durch die Meerenge gefahren, sagte er. Dies habe einige globale Lieferengpässe gelindert. Dennoch weise der Ölmarkt weiterhin ein tägliches Defizit von 10 bis 12 Millionen Barrel auf.
Zuvor hatte US-Außenminister Marco Rubio betont, dass für den Rest der Welt in der Meerenge „mehr auf dem Spiel“ stehe als für die USA. Die Welt sollte den Plänen des Iran zur Einrichtung eines dortigen Zahlungssystems Aufmerksamkeit schenken. „Wir beziehen nur sehr wenig unserer Energie durch die Straße von Hormus, der Rest der Welt bekommt viel mehr“, sagte er in einem Videoclip, den das US-Außenministerium auf X teilte.
Im Interview mit dem dem Sender Al Jazeera zeigte sich Rubio überzeugt, dass die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr geöffnet wird – „so oder anders“. Entweder werde sich der Iran bereit erklären, „sich an internationales Recht zu halten“ und die Meerenge nicht zu blockieren, sagte Rubio dem Sender. „Oder eine Koalition von Nationen aus der ganzen Welt und der Region wird mit Beteiligung der Vereinigten Staaten dafür sorgen, dass sie offen ist.“
Source: n-tv.de