Der rechte Finfluencer-Podcast „Hoss & Hopf“ wurde von seinen Machern eingestampft. Auf X tauchte ein unverhofftes Angebot auf. Macht Kiarash Hossainpour aka Hoss jetzt mit Bushido weiter? Unser Kolumnist fragte bei Anis Ferchichi nach
Anis Ferchichi, aka Bushido bot sich Kiarash Hossainpour (der Hoss von Hoss & Hopf) als Podcast-Partner an, oder nicht?
Foto: Berlinfoto/Imago
Beklagen möchte ich mich nicht. Das Leben als Podcast-Kolumnist ist ein angenehmes Leben. Man hört mal spannende, mal absurde Podcasts und macht sich dazu seine Gedanken. Das erweitert den Horizont und ist oft sehr unterhaltsam. Allein, wenn in Deutschland jemand schreibt, er wolle sich nicht beklagen, folgt meistens ein „aber“. So auch hier.
Denn der Glamour-Faktor im Leben eines Podcast-Kolumnisten ist bisweilen ausbaufähig. Neulich aber ist hier so richtig Glamour-Gossip-Stimmung aufgekommen. Vielleicht erinnern Sie sich: Der rechte Finfluencer-Podcast Hoss & Hopf ist von seinen Machern eingestampft worden. Es war eine krachende Trennung. Ein Format, das Millionen erreichte, zwei Hosts, die sich öffentlich zofften, Anschuldigungen und vor allem Andeutungen, Berichterstattung in allen großen Medien. Alles in allem also: ein echter Rosenkrieg.
So etwas lässt mich natürlich nicht kalt. Zumal gegen Ende der ganzen Geschichte plötzlich ein neuer Akteur auftrat: Anis Ferchichi, aka Bushido. Zumindest meldete sich ein X-Account mit entsprechendem Namen zu Wort und bot sich Kiarash Hossainpour (der Hoss von Hoss & Hopf) als Podcast-Partner an.
Als AfD-Fan fiel Bushido bisher nicht auf
Für mich kam das eher überraschend. Denn um was es in dem Podcast gehen sollte, hatte Hossainpour recht deutlich beschrieben: ein Podcast, in dem er unzensiert darüber reden könne, warum die AfD die einzige Lösung für Deutschland sei. Nun kann man Bushido einiges nachsagen, aber als ausgewiesener AfD-Fan ist er nicht aufgefallen. Im Gegenteil. In einem Interview unterstellte er AfD-Wählern eine „absolute Hinterwäldler-Mentalität“, erst vor einigen Tagen rief er auf seiner Tour laut Medienberichten: „Diese Scheiß*****söhne von der AfD!“ Nach „einziger Lösung“ klingt das nicht gerade.
Anders verhält sich der X-Account namens „Bushido“. Als Kiarash Hossainpour unlängst einen Post absetzte, in dem er schon erste Titel für den gemeinsamen Podcast pitchte, antwortete der Account: „Was immer du meinst ich bin dabei.“ Verwirrend das alles. Das Portal Hiphop.de meldete jedenfalls aufgeregt: „Bushido & Kian Hoss bekräftigen Podcast-Pläne“.
Ich bin da etwas skeptischer. Denn seit dem „bekräftigenden“ Post des „Bushido“-Accounts ist in Sachen Podcasts nicht mehr viel passiert. Kiarash Hossainpour hat allerdings seinen X-Account privat gestellt, was mit Blick auf die Inhalte dort als Dienst an der Öffentlichkeit gesehen werden kann. Und Bushido schweigt auch.
Treibt auf X ein falscher „Bushido“ sein Unwesen?
Ich habe natürlich nachgefragt, wie sich das denn so verhält. Auf meine Mail, wie es um die Podcast-Pläne steht, ob das wirklich Bushidos X-Account ist und welche Rolle er in einem Podcast mit Hoss spielen würde, habe ich bislang keine Antwort erhalten. Es bleibt also mysteriös – und ich bleibe dran, versprochen!
Denn wer weiß, vielleicht wird gerade im stillen Kämmerlein an einem völlig einzigartigen Podcast-Projekt geschraubt. Vielleicht treibt auf X auch ein falscher „Bushido“ sein Unwesen, oder vielleicht hat Bushido den Ausgangs-Tweet, mit dem die Podcast-Posse begonnen hat, auch einfach nicht gründlich gelesen. Womöglich dachte er, es ginge um einen Podcast zur Verarbeitung der Trennung.
Mit heftigen Trennungen kennt sich Bushido ja aus. Und einen Pärchen-Podcast hat er auch schon. Im Bett mit Anna-Maria und Anis Ferchichi – Der Bushido Podcast heißt das Format (Kategorie „absurd“, siehe oben). Darin geht es um das Leben der beiden, Paartherapie oder Ski-Urlaube mit der ganzen Familie. Die letzte Folge ist allerdings Ende Dezember 2025 erschienen, und die beiden haben dort die Zukunft des Formats offengelassen. Vielleicht ist das letzte Wort in dieser Podcast-Posse also doch noch nicht gesprochen.