Neuer Streckenverlauf: Adidas setzt sich im Straßenbahn-Streit durch und zahlt hierfür

Die neue Tram soll künftig auch am Adidas-Campus halten. Hier: Die Visualisierung der Wendeschleife mit Haltestelle „Herzo Zentrum.

Der Sportartikelkonzern verhindert die beschlossene Trassenführung im Großraum Nürnberg und am Campus-Standort Herzogenaurach – muss sich aber auch an den Änderungskosten beteiligen.

Im Streit zwischen der Adidas-Konzernführung und den beteiligten Kommunen um die Streckenführung einer künftigen Drei-Städte-Tram im Großraum Nürnberg hat sich der Sportartikel-Riese offenbar durchgesetzt. Der eigentlich längst beschlossene Trassenverlauf werde geändert, teilte der zuständige Zweckverband mit.

Adidas werde die weitere Planung unterstützen und sich an den Investitions- und Betriebskosten der geänderten Streckenführung „maßgeblich“ beteiligen, hieß es vom Zweckverband. Der Konzern um Firmenchef Björn Gulden hatte bemängelt, dass durch die ursprünglich geplante Streckenführung der Adidas-Campus durchschnitten werde.
Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte unter Berufung auf Teilnehmer berichtet, dass es bei einem Schlichtungsgespräch unter anderem mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Adidas-Vorstandschef Gulden zu einem Eklat gekommen sein soll. Gulden soll sich massiv im Ton vergriffen und den Kommunalpolitikern mit einem Wegzug von Teilen der Konzernzentrale aus Herzogenaurach gedroht haben.

Adidas wies die Darstellung als „nicht korrekt“ zurück. Gulden wird in der Mitteilung des Zweckverbandes mit den Worten zitiert: „Wir haben gemeinsam eine sehr gute Lösung gefunden. Der einzigartige adidas Campus bleibt erhalten. Gleichzeitig profitieren unsere Mitarbeiter und Besucher, die Anwohner der Herzo-Base und die Einzelhandelsgeschäfte in der Umgebung von der künftig sehr guten Anbindung. Dies ist das starke Ergebnis eines Schulterschlusses zwischen Wirtschaft und Politik. Es zeigt, was wir erreichen können, wenn wir miteinander reden und gemeinsam handeln. In dem Zusammenhang möchte ich vor allem dem Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder danken.“

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Für den Zweckverband war die erneute Trassenüberprüfung im Adidas-Umfeld zunächst eine Herausforderung. „Zum einen gibt es bei Planungsverfahren in Deutschland standardisierte Verfahren und rechtliche Rahmenbedingungen, die wir berücksichtigen müssen, um unsere Bewertungsmaßstäbe einheitlich zu halten und das Gesamtprojekt nicht zu gefährden. Zum anderen mussten wir eine Lösung dafür finden, dass sich adidas im Laufe der Zeit verändert hat und geplante Weiterentwicklungen mit der ursprünglichen Linienführung nicht möglich gewesen wären. Diesen Knoten galt es zu lösen, was nur durch politische Unterstützung des Freistaats möglich war“, so Mandy Guttzeit, Geschäftsleiterin des Zweckverbands.

Gegenstand der aktuellen Einigung ist die Führung der Trasse südlich des Adidas-Campus, d.h. die Streckenführung der Bahn bleibt aus Erlangen kommend bis kurz vor den Adidas-Campus gleich und schwenkt dann kurz vor dem Arena-Gebäude in einem Südbogen um die Gebäude Arena und Halftime herum. Wie die Führung auf der Westseite des Halftime-Gebäudes weitergeht, wird derzeit untersucht.

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Allerdings gibt es auch innerhalb der CSU keine einhellige Meinung zu dem Projekt: Während Parteichef und Ministerpräsident Markus Söder sowie sein Verkehrsminister Christian Bernreiter es befürworten, ist die Erlanger CSU ungeachtet eines bereits erfolgten Bürgerentscheids weiterhin gegen den Bau der Tram. Sollte es bei den bevorstehenden Kommunalwahlen zu einem Erfolg der CSU in Erlangen kommen, könnte die Debatte neu an Fahrt gewinnen.

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