Neuer Plan zu Gunsten von die Norderelbbrücke – Vergaben im „Vorgriffsfall“ sollen Neubau beschleunigen

Die marode Norderelbbrücke auf der A1 muss zügig ersetzt werden. Weil täglich 136.000 Fahrzeuge und viele Schwertransporte über das Bauwerk rollen, startet die Deges ein vorgezogenes Vergabeverfahren – noch bevor der Planfeststellungsbeschluss vorliegt.

Auf einer der wichtigsten Nord-Süd-Achsen Deutschlands muss es jetzt schnell gehen. Die Norderelbbrücke auf der A1 ist marode, täglich rollen rund 136.000 Fahrzeuge darüber – darunter viele Schwertransporte, für die es kaum Alternativen gibt. Um die marode Brücke schneller durch einen Neubau zu ersetzen, hat die Deges, die für Bund und Länder große Autobahn- und Verkehrsprojekte plant und baut, ein vorgezogenes Vergabeverfahren gestartet. Damit könnten die ersten Arbeiten beginnen, bevor der Planfeststellungsbeschluss – also die formale Genehmigung des Gesamtprojekts – vorliegt.

Die Brücke ist nicht nur im Hamburger Stadt- und Hafenverkehr zentral, sondern auch einer der entscheidenden Korridore zwischen Skandinavien und Kontinentaleuropa. Für viele Groß- und Schwertransporte ist sie sogar die einzige praktikable Elbquerung: Der Elbtunnel der A7 ist wegen seiner Höhen- und Gewichtsgrenzen für zahlreiche Transporte nicht passierbar. Ein Ausweichen würde oft Hunderte Kilometer zusätzliche Strecke bedeuten.

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„Der Vorgriffsfall gibt uns die Möglichkeit, besonders dringliche Bauarbeiten frühzeitig anzugehen und damit schnell für mehr Sicherheit auf der Norderelbbrücke zu sorgen“, sagte Projektleiter Rüdiger Martens. Das Planfeststellungsverfahren werde währenddessen parallel und unverändert fortgeführt. Der Vorgriffsfall bedeutet hier, dass auf der Nordseite schon vorbereitende Arbeiten starten dürfen – etwa ein provisorischer Baustellenweg entlang des Deichs, das Herrichten des Geländes, der Abbau eines kleineren Bauwerks sowie das Umlegen von Leitungen.

Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) begrüßte das Verfahren. „Der Ersatzneubau der Norderelbbrücke ist Hamburgs wichtigstes Projekt für Autofahrer. Es ist ein bedeutender Schritt für den Hafen und die Sicherung der Logistik in der Metropolregion.“ Die Ausschreibung des Vorgriffsfalls zeige: „Wir wenden die Möglichkeiten der Planungsbeschleunigung konsequent an, um dieses für Hamburg und Norddeutschland sehr wichtige Bauwerk fertigzustellen“, sagte er. „Wir werden von Seiten der Stadt Hamburg alles ermöglichen, um dieses zentrale Projekt möglichst schnell voranzubringen.“

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Die Norderelbbrücke hat nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen bei der jüngsten Bauwerksprüfung die Zustandsnote 3,5 bekommen, was „ungenügend“ bedeutet. Bis 2029 soll eine von zwei neuen Fahrbahnbrücken fertig sein, sodass der Verkehr – zunächst provisorisch in beide Fahrtrichtungen – auf den Neubau verlegt und mit dem Abriss der alten Brücke begonnen werden kann. 2033/34 soll die neue Brücke komplett fertig sein.

lno/juve

Source: welt.de

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