Neue Spur im Fall Linnemann – Ermittler finden Knochen in Waldgebiet

In einem Gehölz in Neumünster haben Ermittler Knochen entdeckt – sie könnten mit dem seit 2014 vermissten Studenten Horst Georg Linnemann zusammenhängen.

Mehr als elf Jahre nach dem Verschwinden eines Studenten aus Neumünster gibt es einen neuen Ansatzpunkt für die Ermittler: Bei einer erneuten Suchaktion nach den sterblichen Überresten des jungen Mannes, machten die Ermittler im Waldstück „Brachenfelder Gehölz“ einen vielversprechenden Fund. Die Spezialisten haben dort Knochen entdeckt. Ein Gutachten der Rechtsmedizin soll nun klären, ob sie vom vermissten Horst Georg Linnemann stammen.

Die Cold Case Unit (CCU) des Landeskriminalamts Schleswig-Holstein hatte das Gehölz aufgrund neuer Hinweise durchsucht. Seit 2024 ermittelt die Einheit für lang ungelöste Fälle in dem Fall, der die Region in Schleswig-Holstein seit Jahren beschäftigt. Das Brachenfelder Gehölz ist ein kleines, stadtnahes Waldgebiet im Neumünsteraner Stadtteil Brachenfeld. Schon seit kurz nach dem Verschwinden des Studenten geht die Polizei davon aus, dass der junge Mann getötet und anschließend in einem Wald verscharrt worden ist. Möglicherweise könnte er auch verbrannt worden sein.

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Mit Unterstützung des Kampfmittelräumdienstes und Spurensicherungsexperten der Polizeidirektion Kiel wurde nun an einer markierten Stelle der Boden geöffnet. In der Grube entdeckten die Ermittlerinnen und Ermittler Knochenfragmente, deren Ursprung noch unklar ist. Die rechtsmedizinische Untersuchung steht aus. Weitere Angaben machen Polizei und Staatsanwaltschaft derzeit nicht.

Der damals 28 Jahre alte Maschinenbaustudent Horst Georg Linnemann aus Neumünster-Faldera wird seit dem 15. Dezember 2014 vermisst. Zuletzt wurde er mittags von seiner Freundin gesehen, am Abend meldete sie ihn als vermisst. Fünf Tage später wurde sein Auto in Hamburg gefunden. Anfang 2015 rückte zudem ein Leihanhänger mit auffälliger gelber Plane in den Fokus der Ermittlungen – offenbar hatte Linnemann ihn genutzt. Zwischenzeitlich geriet das Umfeld des jungen Mannes ins Visier der Polizei, doch der Tatverdacht gegen zwei Männer aus Neumünster und Kappeln ließ sich nicht erhärten.

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Die Ermittler gehen weiterhin von einem Tötungsdelikt aus. Trotz intensiver Suchmaßnahmen konnte die Leiche bisher nicht gefunden werden. Erst im Februar 2026 hatte die CCU ein Waldstück nördlich der Stadt durchsucht und ehemalige Baugruben entlang der Bundesstraße 4 überprüft – ebenfalls ohne Erfolg.

Für Hinweise, die zum Auffinden der Leiche und zur Aufklärung des mutmaßlichen Tötungsdelikts führen, hat die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 1500 Euro ausgelobt. Hinweise nehmen die Ermittler unter Telefon 0431/160-42852 entgegen.

juve mit dpa

Source: welt.de

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