Bolivien und die USA haben mit dem Amtsantritt von Präsident Rodrigo Paz in Bolivien die Wiederherstellung hochrangiger diplomatischer Beziehungen angekündigt. Die Beziehungen würden in Zukunft auf Botschafterniveau geführt, „so wie es immer hätte sein sollen“, sagte US-Vizeaußenminister Christopher Landau bei einem Treffen mit Paz.
Bolivien und die USA hatten die jeweiligen Botschafter vor 17 Jahren außer Landes verwiesen. Zunächst hatte der damalige linksgerichtete Präsident Evo Morales den US-Botschafter in La Paz 2008 ausgewiesen. Morales beschuldigte den Diplomaten, landesweite Demonstrationen gegen die Regierung zu unterstützen.
Präsident Paz: „Bolivien kehrt wieder zurück in die Welt“
Unter dem seit 2020 regierenden Präsidenten Luis Arce wurde der Austausch auf Botschafterebene nicht wieder aufgenommen. Stattdessen knüpfte Bolivien wirtschaftliche und politische Beziehungen unter anderem mit Venezuela, China, Russland und dem Iran.
Die USA legten Wert auf eine gute Beziehung zu Bolivien, sagte Landau weiter. Er hatte neben dem chilenischen Präsidenten Gabriel Boric und Argentiniens Staatschef Javier Milei an Paz‘ Vereidigungszeremonie teilgenommen. Paz betonte, er werde Bolivien zurück auf die internationale Bühne heben. „Bolivien kehrt wieder zurück in die Welt, und die Welt kehrt zurück nach Bolivien“, sagte der neue Präsident.
Bolivien steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit 40 Jahren. Der Christdemokrat Paz hatte im Wahlkampf ein Programm „Kapitalismus für alle“ angekündigt. Er will Benzinsubventionen um mehr als die Hälfte zurückfahren und der heimischen Industrie unter anderem mit einer Steuerreform zum Aufschwung verhelfen. Gleichzeitig versprach er die Beibehaltung von Sozialausgaben.