In der Debatte um die künftige personelle Führung und inhaltliche Ausrichtung der FDP ist der Vorsitzende Christian Dürr
auf Distanz zu seiner Konkurrentin Marie-Agnes Strack-Zimmermann
gegangen. „Marie-Agnes Strack-Zimmermann und
Henning Höne stehen hier für einen anderen Kurs als ich“, sagte Dürr der Nachrichtenagentur dpa. Strack-Zimmermann hatte sich bereiterklärt, die FDP künftig in einer Doppelspitze zu führen, sollte die Partei das wollen. Als möglichen Partner nannte sie den NRW-Landesvorsitzenden Henning Höne.
Die FDP habe vor allem Wählerinnen und Wähler an CDU und AfD verloren, sagte Dürr weiter.
Die AfD missbrauche den Stillstand für ihre rechte Agenda, die CDU falle
als Reformkraft offensichtlich aus. „Genau darin liegt die Chance für
die FDP.“ Dürr nannte es zugleich legitim, dass es unterschiedliche Auffassungen zur Ausrichtung der Partei gebe.
Die Debatte über die Führung der FDP hatte nach den Misserfolgen bei den
zwei Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz begonnen. Kritiker werfen Dürr vor,
keinen klaren Kurs für die Erneuerung der FDP zu haben. Der Bundesvorstand beschloss daraufhin, beim Parteitag Ende
Mai geschlossen zurückzutreten. Dürr will dann allerdings erneut kandidieren und sich so ein neues Mandat der Basis für seinen Kurs geben lassen.
Strack-Zimmermann: „Wenn die Partei das möchte, mach‘ ich’s“
Auch Strack-Zimmermann hatte sich bereiterklärt, die Partei zu führen – wegen ihrer Belastung im Europaparlament aber nur in einer Doppelspitze. Das könnte zusammen mit Höne sein, sagte sie dem Newsletterportal table.briefings. Es könnten aber auch andere sein: „Wenn die Partei das möchte, mach‘ ich’s. Wenn sie andere gute Leute hat, werde ich auch die unterstützen.“
Zudem erneuerte Strack-Zimmermann ihre Kritik an der aktuellen Parteiführung unter Dürr. „Wir sind strategisch nicht vorangekommen“, sagte sie.