Erneut ist es im deutschen Profifußball zu einem Angriff mit Pyrotechnik gekommen. HSV-Fans bewarfen und beschossen nach dem Nordderby Bremer Zuschauer und Fans. Auch die Werder-Mannschaft war involviert. Die Polizei reagierte konsequent.
Wegen Leuchtraketen aus dem HSV-Fanblock wäre das Bundesliga-Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV nach dem Schlusspfiff beinahe eskaliert. Es kam sogar zu einem Polizei-Einsatz im Gästebereich des Weserstadions. Erst vor zwei Wochen hatte es beim Zweitligaspiel zwischen Dresden und Hertha BSC ähnliche Bilder gegegeben.
„Emotionen gehören auf den Platz, auch außerhalb des Platzes. Aber alles muss friedlich bleiben. Diese Szenen jetzt nach dem Spiel – das muss nicht sein“, sagte Bremens Mittelfeldspieler Leonardo Bittencourt bei DAZN.
Als der 3:1-Sieg der Bremer feststand, warfen Hamburger Anhänger zunächst kleinere Leuchtfeuer in den benachbarten Tribünenblock mit Bremer Zuschauern. Anschließend schossen sie Leuchtraketen mit einer so großen Reichweite ab, dass sie über das gesamte Spielfeld bis zum Werder-Fanblock auf der gegenüberliegenden Stadionseite flogen, wo die Bremer Spieler feierten.
„Ich habe gesehen, dass einiges neben uns einschlug“, sagte Werder-Trainer Daniel Thioune. Sein Abwehrspieler Amos Pieper meinte: „Krasse Geschosse. Dass die über den ganzen Platz fliegen können, damit haben wir nicht gerechnet. Das ist brutal gefährlich. Das muss nicht sein.“
Polizei schreitet sofort ein
Ein Vereinssprecher der Bremer sagte bei der anschließenden Pressekonferenz in einer vorläufigen Bilanz: „Sachschäden ja. Personenschäden sind zumindest noch nicht bekannt. Von daher ist das noch glimpflich ausgegangen.“
Nach dem Abschuss der Leuchtraketen wollten sowohl Werder-Fans noch Richtung HSV-Block laufen als auch Hamburger Anhänger aus ihrem Stadionbereich herausdrängen. Die Polizei schritt jedoch ein und drängte mit mehreren Einsatzkräften in den Gästeblock. Der war zu diesem Zeitpunkt allerdings schon nicht mehr voll besetzt.
„Es war klar, dass es aufgeheizt ist: In der Situation, in der beide Vereine stecken. Es ist ein Nordderby. Wir spielen hier zu Hause“, sagte Pieper. „Trotzdem müssen ein paar Grenzen nicht überschritten werden.“
lwö
Source: welt.de