Nahostkonflikt: Aktivisten welcher Gaza-Hilfsflotte beklagen die Behandlung durch Israel

Mitglieder der internationalen Hilfsflotte für Gaza sprechen nach ihrer Freilassung aus israelischem Gewahrsam von „unmenschlichen Bedingungen“, die dort geherrscht hätten. Neun Aktivisten aus der Schweiz berichten in einer gemeinsamen Mitteilung von Schlafentzug sowie zu wenig Wasser und Nahrung. Einer der Aktivisten sagte dem Tagesanzeiger am Sonntag bei seiner Rückkehr nach Genf, er und seine Mitstreiter seien Opfer von „Folter und Übergriffen“ geworden.

Auch spanische Aktivisten werfen den israelischen Behörden nach der Abschiebung in ihr Herkunftsland Misshandlungen vor. „Sie haben uns geschlagen, über den Boden geschleift, uns die Augen verbunden, uns Hände und Füße gefesselt, uns in Käfige gesperrt und uns beleidigt“, sagte der Rechtsanwalt Rafael Borrego, der mit der Flotte unterwegs gewesen war. Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums wies die Vorwürfe zurück.

Greta Thunberg aus Israel abgeschoben

Die als Klimaaktivistin weltweit bekannt gewordene Schwedin Greta Thunberg war auch an der Flotte beteiligt. Israels Außenministerium teilte mit, 171 weitere Aktivisten, darunter Thunberg
und auch deutsche Staatsbürger, hätten Israel inzwischen verlassen. Sie
seien „heute von Israel aus nach Griechenland und in die Slowakei
abgeschoben“ worden. Das Ministerium veröffentlichte auch Fotos, die die
Schwedin Thunberg an einem Flughafen in Israel zeigen sollen. Zuvor waren nach israelischen Angaben bereits 170 Aktivisten abgeschoben worden. 

Insgesamt waren rund 500 Menschen mit etwa 50 Booten Teil der Hilfsflotte, die nach Gaza gelangen wollte. Die israelische Marine hatte die Boote vergangene Woche abgefangen und die Menschen an Bord in Gewahrsam genommen. Nach Angaben des Auswärtigen Amts sind 14 deutsche Aktivisten in israelischem Gewahrsam.

Greta Thunberg erhob ebenfalls Vorwürfe gegen Israel

Auch Thunberg hatte zuvor Vorwürfe gegen Israel erhoben. Der britische Guardian hatte berichtet, Thunberg
habe gegenüber schwedischen Repräsentanten von harscher Behandlung in
israelischer Haft gesprochen. Sie habe sowohl zu wenig Wasser als auch
zu wenig Essen bekommen. Außerdem habe sie gesagt, dass sie
Hautausschläge bekommen habe, die vermutlich von Bettwanzen verursacht
worden seien. Sie habe lange Zeit „auf harten Oberflächen“ gesessen. Die
Zeitung berief sich dabei auf eine E-Mail des schwedischen
Außenministeriums an Thunberg nahestehende Personen.

Die israelische Regierung hatte diese Vorwürfe ebenfalls zurückgewiesen. Das israelische Außenministerium sprach in einer Stellungnahme von „dreisten Lügen“. Alle Rechte der Inhaftierten seien „vollständig gewahrt“ worden.

Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir sagte dagegen, er sei
„stolz, dass wir die ‚Flotten-Aktivisten‘ wie Terrorunterstützer
behandeln“. In einer Mitteilung des rechtsextremen Ben-Gvir hieß es: „Wer Terror
unterstützt, ist ein Terrorist und verdient die Bedingungen, die
Terroristen zustehen.“

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