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Kurz vor Ablauf der Waffenruhe zwischen Iran und den USA droht Teheran weiter. Beide Seiten würden den zeitlichen Rahmen der Waffenruhe voll ausreizen, um ihren Forderungen Gewicht zu verleihen, erklärt Nahostexpertin Scheller.
Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
Vor neuen Gesprächen Israels und des Libanons in Washington hat der israelische Verteidigungsminister erneut mit der Tötung des Hisbollah-Chefs gedroht. Naim Kassim werde „mit seinem Kopf bezahlen“, sagte Minister Israel Katz nach Medienberichten bei einer Veranstaltung zum israelischen Soldatengedenktag. Auch während einer Waffenruhe bleibe die Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz das übergreifende Ziel, sagte Katz nach Angaben des Nachrichtenportals ynet.
Kurz vor dem Ablaufen der Waffenruhe zwischen Iran und den USA droht Teheran weiter. Die Streitkräfte seien bereit, auf jede feindselige Aktion ihrer Gegner „unverzüglich und entschlossen“ zu reagieren, sagte ein hochrangiger Militärkommandeur der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Tasnim zufolge.
Auch Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf drohte den USA. Bei einer Wiederaufnahme der Kämpfe würden Teheran „neue Trümpfe“ zur Verfügung stehen, erklärte Ghalibaf auf der Plattform X mit. Darauf habe man sich in den vergangenen zwei Wochen vorbereitet. Er betonte zudem, Teheran akzeptiere „keine Verhandlungen im Schatten von Drohungen“.
Die Waffenruhe zwischen den USA und Iran läuft bald ab. Ob es erneut zu Verhandlungen kommt, ist derzeit noch ungewiss. Pakistan bemüht sich, Vertreter beider Länder an einen Tisch zu bringen.
Iran und die USA reizen den zeitlichen Raum bis zum Ende der Waffenruhe voll aus, sagt Bente Scheller von der Heinrich-Böll-Stiftung im Morgenmagazin. Damit wollen sie ihren Forderungen mehr Gewicht verleihen, so Scheller. „Hier sehen sich allerdings auch beide Seiten auf der Gewinnerseite und denken, das können sie bis ins Unendliche ausreizen – und das könnte die Fehlkalkulation sein.“ Man habe aktuell kaum Hinweise darauf, wie der weitere Verlauf aussehen könnte. Das ganze Gespräch:
US-Präsident Donald Trump hat einen langwierigen Prozess zur Bergung von Uran aus dem Iran angekündigt. Die US-Angriffe auf iranische Atomanlagen im Juni des vergangenen Jahres hätten eine „komplette und totale Auslöschung“ der Atomanlagen zur Folge gehabt, erklärte Trump am Montag (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. „Daher wird es ein langer und schwieriger Prozess sein, das wieder auszugraben“, fügte er mit Blick auf das Uran hinzu.
Es ist tatsächlich unklar, wie viel von den Anlagen bei den Angriffen im Juni im vergangenen Jahr zerstört wurde. Trump beharrt jedoch immer wieder auf einer völligen Zerstörung. US-Medien berichteten dagegen, dass das Atomprogramm wahrscheinlich nur um einige Monate zurückgeworfen worden sei.
Vor dem Auslaufen der Waffenruhe zwischen Iran und den USA ist eine Fortsetzung der Verhandlungen weiterhin ungewiss. Zuletzt zeigten sich beide Parteien unnachgiebig. Zentraler Streitpunkt bleibt die US-Seeblockade – wer gibt nach?
Die US-Regierung sieht ein Abkommen mit Iran näher denn je. „Die Vereinigten Staaten standen noch nie so kurz davor wie jetzt gerade, ein wirklich gutes Abkommen zu schließen“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, dem Sender Fox News. Die USA stünden kurz vor einer Einigung, sagte Leavitt weiter.
Die vereinbarte Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran läuft Trump zufolge am Mittwochabend Washingtoner Zeit aus.
US-Vizepräsident JD Vance wird Medienberichten zufolge heute zu den Iran-Verhandlungen nach Pakistan reisen. Dort soll der Vizepräsident die US-Delegation anführen. Eine Stellungnahme der Regierung in Washington liegt zunächst nicht vor. Pakistan versucht zu vermitteln – zwischen Iran und den USA.
Die USA werden die Blockade iranischer Häfen laut Präsident Trump nur im Falle eines Abkommens mit Iran aufheben. Ein israelischer Regierungsvertreter hat neue Gespräche mit dem Libanon für Donnerstag angekündigt – bisher ohne libanesische Bestätigung.
Source: tagesschau.de