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Bei einem Angriff auf zwei Öltanker im Persischen Golf ist nach irakischen Angaben mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Die erste Woche des Iran-Kriegs soll die USA mehr als 11 Milliarden US-Dollar gekostet haben.
Die Schweiz schließt ihre Botschaft in Teheran nach eigenen Angaben wegen eines „steigenden Sicherheitsrisikos“ vorübergehend. Die Schweiz vertritt in Iran seit Jahrzehnten auch die Interessen Washingtons. Die US-Regierung respektiere die Entscheidung und sei der Botschaft und den Mitarbeitern zu tiefem Dank verpflichtet, erklärte die US-Vertretung in Bern. Deren Arbeit „bleibt für den Schutz von US-Interessen und die Unterstützung unserer Staatsbürger entscheidend“.
Die Schweizer Regierung wiederum erklärte, in Absprache mit den betroffenen Ländern halte die Schweiz den Kommunikationskanal zwischen den USA und Iran weiterhin offen.
Iran hat nach Angaben örtlicher Behörden Treibstofflager in Bahrain angegriffen. Der Angriff erfolgte dem Innenministerium zufolge im Bezirk Muharraq – dort liegt auch der internationale Flughafen des Inselstaats. Das Ministerium erklärte auf der Plattform X, die zuständigen Behörden unternähmen nach dem Angriff die nötigen Schritte. Bisher ist unklar, ob es sich bei den betroffenen Treibstofflagern um die Kerosindepots des Flughafens am Rande der Hauptstadt Manama oder eine andere Einrichtung handelte.
In einem weiteren X-Post erklärte das Ministerium, die Alarmsirenen seien aktiviert. Die Bewohner des Inselstaats im Persischen Golf wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu begeben. Teheran greift infolge der amerikanisch-israelischen Angriffe in Iran auch Ziele in den Golfstaaten mit Drohnen und ballistischen Raketen an.
Die israelischen Streitkräfte haben bei einer heftigen Angriffswelle auf den Libanon nach eigenen Angaben Dutzende Stellungen der Hisbollah-Miliz zerstört. Innerhalb von 30 Minuten habe die Luftwaffe in Vororten der Hauptstadt Beirut zehn Ziele angegriffen, darunter ein Hauptquartier des Hisbollah-Geheimdienstes, die Zentrale der Eliteeinheit Radwan und weitere Kommandozentralen, teilte das israelische Militär mit.
Demnach griffen die Streitkräfte auch zahlreiche Raketenabschussrampen und Dutzende Hisbollah-Kämpfer an, die den Angaben zufolge Attacken auf Israel vorbereiteten. Zuvor hatte die Hisbollah den Norden von Israel mit Raketen angegriffen.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben der Konfliktparteien oder von Beobachtern zum Kriegsgeschehen können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
Bei einem Angriff auf zwei Öltanker vor der Küste des Irak ist dem irakischen Staatsfernsehen zufolge mindestens ein Besatzungsmitglied getötet worden. 38 weitere Besatzungsmitglieder seien bislang gerettet worden und die Suche nach Vermissten dauere an, sagte der Leiter der irakischen Hafenbehörde, Farhan al-Fartousi, dem Sender. Die Attacke in irakischen Hoheitsgewässern stelle eine Verletzung der Souveränität des Landes dar, zitierte staatliche Nachrichtenagentur INA einen Militärsprecher.
Seit Beginn des Iran-Krieges vor knapp zwei Wochen sind immer wieder Schiffe in den Gewässern der Golfregion angegriffen worden, darunter auch in der für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormus.
Die erste Woche des Iran-Kriegs soll die USA nach übereinstimmenden Medienberichten 11,3 Milliarden US-Dollar (knapp 9,8 Milliarden Euro) gekostet haben. Die Medien berufen sich dabei auf einer Berechnung der US-Regierung, die aber nicht die gesamten Kosten des Krieges umfassen soll.
Präsident Donald Trump hat angedeutet, beim Kongress zusätzliche Mittel für den Krieg beantragen zu wollen. Diese Idee scheint jedoch vorerst nicht spruchreif zu sein. Der republikanische Senator Roger Wicker, Vorsitzender des Streitkräfteausschusses des Senats, sagte, er rechne in diesem Monat nicht mit einem entsprechenden Antrag auf zusätzliche Mittel.
Der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Amir Saeid Iravani, hat eine Resolution des UN-Sicherheitsrats zum Krieg seines Landes mit den USA und Israel verurteilt. Der Beschluss ignoriere „absichtlich die Hauptursachen der derzeitigen Krise“, sagte er. In der Resolution, die einen Stopp iranischer Angriffe auf Golfstaaten fordert, wird nicht erwähnt, dass Israel und die USA den Krieg auslösten. Iran hat als Vergeltung Raketen und Drohnen abgefeuert.
Der Zweck des Textes sei es, „die Rollen und Positionen von Opfer und Angreifer umzukehren“, sagte Iravani vor dem Sicherheitsrat. Der Resolutionsentwurf war von Bahrain vorgelegt worden. Der Sicherheitsrat verabschiedete ihn mit 13 Stimmen. Russland und China, zwei Verbündete Irans, enthielten sich bei der Abstimmung und machten auch nicht von ihrem Veto Gebrauch, das sie als ständige Mitglieder des UN-Gremiums haben.
Der UN-Sicherheitsrat hat die iranischen Angriffe auf Staaten in der Golfregion verurteilt. Die EU will Libanon mit 100 Millionen Euro humanitärer Hilfe unterstützen.
Source: tagesschau.de