Wegen der militärischen Eskalation im Nahen Osten ist der Luftverkehr in großen Teilen der Region weitgehend lahmgelegt. Wichtige Drehkreuze sind geschlossen. Tausende Reisende sitzen fest, darunter auch viele deutsche Touristen.
Durch den Konflikt zwischen Israel, den USA und dem Iran ist der internationale Flugverkehr massiv beeinträchtigt. Tausende Reisende sitzen in der Golfregion oder anderen Weltregionen fest, darunter auch viele Deutsche.
Wichtige Flughafen-Drehkreuze wie Dubai, Abu Dhabi und Doha sind geschlossen oder stark eingeschränkt, nachdem Israel und der Iran ihre gegenseitigen Luftangriffe weiter fortsetzten.
Airports melden Schäden
Nach Angaben der Plattform Flightradar24 wurden an sieben großen Flughäfen der Nahost-Region mehr als 3.400 Flüge gestrichen. Der Flughafen von Dubai wurde bei iranischen Vergeltungsschlägen beschädigt, ebenso die Airports in Abu Dhabi und Kuwait.
Die Stimmung unter den Reisenden war einem Medienbericht zufolge angespannt. „Am Dubai International Airport herrscht das blanke Chaos“, zitierte die Bild einen deutschen Urlauber. „Tausende Menschen versuchen, das Terminal zu verlassen. Es gibt keine Ausgänge, die Züge zwischen den Terminals sind defekt. Es gibt keine Ansagen, kein Personal.“
Lufthansa setzt Flüge bis zum 8. März aus
Die Lufthansa kündigte an, die Flüge in die Region zunächst bis zum 8. März auszusetzen, wie die Airline mitteilte. Dies betrifft die Verbindungen nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam und Teheran. Ebenfalls bis einschließlich 8. März werden die Lufträume über Israel, dem Libanon, Jordanien, dem Irak, Katar, Kuwait, Bahrain und dem Iran gemieden.
Flüge von und nach Dubai und Abu Dhabi fallen bis einschließlich 4. März aus; auch der Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate wird bis dahin nicht genutzt.
Die Situation wird dadurch verschärft, dass der russische und ukrainische Luftraum bereits gemieden wird. Ian Petchenik von Flightradar24 wies auf ein weiteres Risiko hin: Kämpfe zwischen Pakistan und Afghanistan könnten die verbleibenden Korridore weiter verengen.
Auch Kreuzfahrtschiffe liegen fest
Betroffen sind auch Kreuzfahrten: So lag etwa die „MSC Euribia“ der Schweizer Reederei MSC Cruises mit einer Kapazität für mehr als 6.000 Passagiere einem Bericht zufolge in Dubai fest. Die Orient-Kreuzfahrt, die eigentlich starten sollte, wurde kurzfristig abgesagt.
Vom deutschen Anbieter TUI Cruises liegen die Kreuzfahrtschiffe „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ mit einer Kapazität für insgesamt gut 5.000 Reisende fest. „Die Sicherheit unserer Gäste und der Crew hat für uns jederzeit oberste Priorität“, hieß es auf der Website des Anbieters. Eine planmäßige Durchführung der Reisen sei derzeit nicht verantwortbar. Die Gäste befänden sich weiterhin an Bord der beiden Kreuzfahrtschiffe, hieß es.
Auswärtiges Amt: ELEFAND-Liste nutzen
Kein Weiterkommen gibt es auch in anderen Weltregionen für Urlauber, die auf manche arabische Airlines gebucht waren. So wurden etwa in Sydney Flüge der Fluggesellschaft Etihad Airways über Abu Dhabi gestrichen.
„Am Flughafen gab es lange Schlangen und keine Informationen“, berichtete ein deutscher Reisender aus Sydney. „Dann wurden die Flüge gestrichen.“ Es sei unklar, wann Etihad wieder fliegen könne, hieß es demnach, Hotelgutscheine gab es zunächst nicht. „Die meisten Passagiere waren eher resigniert und nicht wütend“, sagte der Urlauber.
Das Auswärtige Amt veröffentlichte eine Reisewarnung für mehr als ein Dutzend Länder der Region zwischen Libanon und Oman. Alle Menschen in der Region sind aufgefordert, sich in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND einzutragen und sich bei einem Reiseveranstalter oder einer Fluggesellschaft über Ausreisemöglichkeiten zu informieren.
Source: tagesschau.de