Nahost: Israel und Libanon resultieren erste offizielle Gespräche seit dem Zeitpunkt Jahrzehnten

Erstmals seit mehreren Jahrzehnten haben Israel und der Libanon wieder direkte, offizielle Gespräche aufgenommen. Ein Jahr nach Inkrafttreten der Waffenruhe mit der Hisbollah trafen sich Regierungsvertreter beider Staaten im Hauptquartier der UN-Friedensmission Unifil in Nakura an der israelisch-libanesischen Grenze. 

Die Zusammenkunft erfolgte im Rahmen des Mechanismus zur Überwachung der bestehenden Waffenruhe, die unter anderem die Entwaffnung der Miliz durch die libanesische Armee vorsieht. Libanons Regierungschef Nawaf Salam gab an, die Hisbollah-Miliz im Grenzgebiet bis zum Jahresende entwaffnen zu wollen. Neben Regierungsvertretern nahmen auch zivile Delegierte teil. Auf israelischer Seite nahm Uri Resnick vom israelischen Nationalen Sicherheitsrat teil. 

Die US-Botschaft im Libanon begrüßte deren Beteiligung. Vonseiten der USA selbst war die US-Sondergesandte für den Libanon, Morgan Ortagus, an den Gesprächen beteiligt. Die USA verbinden mit den direkten Gesprächen die Hoffnung auf eine Stabilisierung der Lage und eine weitere Schwächung der Hisbollah. Israel und der Libanon unterhalten bisher keine diplomatischen Beziehungen und befinden sich seit 1948 formell im Kriegszustand. Der Libanon erkennt Israel offiziell nicht an.

Beide Seiten werfen sich außerdem Verstöße gegen die vereinbarte Waffenruhe vor. Israel etwa greift nahezu täglich im Libanon an, nach eigenen Angaben zielt die israelische Armee dabei auf die Hisbollah-Miliz. Auch die libanesischen Bemühungen um eine Entwaffnung der Hisbollah hatten bislang keinen Erfolg.

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