Naher Osten: Wo die USA ihre Soldaten stationiert nach sich ziehen


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Stand: 28.02.2026 • 13:01 Uhr

In den Wochen vor dem Angriff auf den Iran haben die USA ihre militärische Präsenz in der Region massiv verstärkt. Ihre Militärbasen sind nun Ziel iranischer Angriffe. Ein Überblick über die wichtigsten US-Stützpunkte.

Bahrain

Das kleine Königreich am Golf beherbergt die fünfte Flotte der US-Navy sowie das Hauptquartier der US-Marinestreitkräfte in der Region. Der Tiefwasserhafen von Bahrain ist für die größten US-Kriegsschiffe wie etwa Flugzeugträger geeignet.

Die Navy nutzt den Stützpunkt bereits seit 1948, damals wurde er noch von der britischen Royal Navy betrieben. Mehrere US-Kriegsschiffe haben ihren Heimathafen in Bahrain, darunter vier Minenräumboote und zwei Schiffe zur logistischen Unterstützung. Die US-Küstenwache hat ebenfalls mehrere Schiffe in Bahrains Gewässern.

US-Stützpunkte im Nahen Osten

Katar

Der Luftwaffenstützpunkt Al-Udeid am Rande der katarischen Hauptstadt Doha ist einer der wichtigsten US-Stützpunkte im Nahen Osten. Dort sind Berichten zufolge normalerweise rund 10.000 Soldaten und ziviles Personal stationiert. Der Stützpunkt ist auch die Kommandozentrale des US-Militärs in der Region. Auch Spezialeinheiten sind hier stationiert. Zudem sind dort im Rotationsverfahren Kampfjets stationiert sowie eine Einheit für Luftraumüberwachung, Aufklärung, zum Betanken in der Luft und für medizinische Evakuierungsflüge.

Kuwait

Das Emirat am Golf ist Standort mehrerer US-Stützpunkte, darunter Camp Arifjan, wo sich das Hauptquartier der Bodenstreitkräfte des Militärkommandos Centcom für die gesamte Region befindet.

Die US-Army unterhält zudem ein wichtiges Lager für Militärmaterial in dem Land. Der Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salem ist eine Flug-Drehscheibe zur Truppenverlegung in der Region. Zudem haben die USA Drohnen in Kuwait stationiert, darunter etwa MQ-Reaper.

Vereinigte Arabische Emirate

Auf dem Stützpunkt Al Dhafra ist eine Luftwaffeneinheit mit zehn Flugzeugstaffeln und Drohnen stationiert. Auch ein Übungszentrum für Luft- und Raketenabwehr befindet sich auf dem Stützpunkt.

Irak

Die irakische Regierung ist ein Verbündeter des Iran, aber gleichzeitig ein strategischer Partner der Vereinigten Staaten. Die USA haben in zahlreichen Militäreinrichtungen im Land Soldaten stationiert, vor allem auf den Luftwaffenstützpunkten Al-Asad und Erbil. Insgesamt befinden sich im Rahmen der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) etwa 2.500 US-Soldaten im Land.

Al-Asad war inder Vergangenheit schon einmal Ziel iranischer Gegenangriffe. 2020 wurde die Basis nach der Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani attackiert.

Saudi-Arabien

2024 hatten die USA in Saudi-Arabien rund 2.300 Soldaten stationiert, unter anderem rund 60 Kilometer südlich der Hauptstadt Riad auf dem Luftwaffenstützpunkt „Prinz Sultan“. Zu ihren Aufgaben gehört es laut US-Militär, Einsätze der US-Luftwaffe zu unterstützen und die Luftverteidigung sowie die Raketenabwehr zu gewährleisten.

Jordanien

Rund 100 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Amman ist in Azrak auf dem Luftwaffenstützpunkt Muwaffak al Salti die Jagdgruppe 332 stationiert (332nd Air Expeditionary Wing), die an Einsätzen in der Levante beteiligt war.

Syrien

Im Kampf gegen den IS unterhielt die US-Armee über Jahre hinweg mehrere Einrichtungen in Syrien. Im April 2025 verkündete das Pentagon Pläne, die Zahl der Soldaten in dem Land auf weniger als 1.000 zu halbieren.

Weitere Verstärkungen

Um den Druck auf den Iran zu erhöhen, haben die USA in den vergangenen Wochen ihre Militärpräsenz in der Region deutlich verstärkt und das größte Aufgebot an Militär seit dem Golfkrieg 2003 zusammengezogen. Unter anderem wurden zwei Flugzeugträger sowie mehr als ein Dutzend weitere Kriegsschiffe in die Region verlegt.

Der weltgrößte Flugzeugträger „USS Gerald R. Ford“ sollte am Freitag vor der Küste Israels eintreffen. Der Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ war bereits zuvor an den Golf geschickt worden. Insgesamt sprechen Militärbeobachter von mindestens 16 zusätzlichen Schiffen in der Region.

Darüber hinaus seien mehr als 100 Kampfjets von anderen Stützpunkten abgezogen worden, Flugzeuge, mit denen Kampfflieger in der Luft betankt werden können, sowie Transportflugzeuge. Auch die Raketenabwehr sei verstärkt worden.

Source: tagesschau.de