Nachteil zum Besten von Studenten: Die vergessene Lücke in jener Altersvorsorge

Kurz vor Jahresende 2025 hat die Regierung ihren Gesetzentwurf zur Reform der staatlich geförderten Altersvorsorge verabschiedet. Er modernisiert von 2027 an die Riester-Rente und führt ein Altersvorsorgedepot ein, mit dem Sparer Zulagen vom Staat bekommen, wenn sie zum Beispiel ETF oder andere Fonds kaufen. Der Vorschlag wird von der großen Mehrheit der Experten unterstützt. Aber er hat eine bisher übersehene Lücke.

Sie betrifft die jungen Sparer. Parallel zur Riester-Reform soll es eine sogenannte „Frühstart-Rente“ geben. Kinder und Jugendliche sollen vom sechsten Lebensjahr an jeden Monat zehn Euro vom Staat bekommen, wenn sie fürs Alter vorsorgen.

Keine Förderung für Altersvorsorge während des Studiums

Allerdings endet die Förderung mit dem 18. Geburtstag. Das Depot soll dann in das neue Altersvorsorgedepot überführt werden. Der Haken: Eine Förderung gibt es dann nur noch, wenn der junge Mensch in die gesetzliche Rente einzahlt. Viele sind dann aber noch Schüler und später Student. Erst, wenn sie danach oder während des Studiums sozialversicherungspflichtig arbeiten, beginnt die Förderung wieder. Es entsteht also für einige eine Förderlücke von ein paar Jahren. Es besteht dann die Gefahr, dass Studenten ihre Sparbemühungen einstellen. Die Idee, sie mit der Frühstartrente ans Sparen zu gewöhnen, wäre hinfällig.

Man könnte darauf beharren, dass die Förderung nun mal an der Sozialversicherungspflicht ansetzt. Schließlich sollen die Lücken der gesetzlichen Rente mit privatem Sparen ausgeglichen werden. Deswegen werden ja auch die meisten Selbständigen, Freiberufler und Beamte nicht gefördert. Aber schon das lässt sich kritisch sehen. Wer daran festhalten will, sollte die „Frühstartrente“ am Kindergeld orientieren. Sie würde dann über das 18. Lebensjahr hinaus bis zum Beginn des Berufslebens, maximal bis zum 25. Lebensjahr, ausgedehnt. Die Lücke wäre verschwunden.

Source: faz.net