Nachlassende Inflation: Türkische Zentralbank senkt Leitzins stärker qua erwartet

Angesichts des gesunkenen Inflationsdrucks hat die türkische Zentralbank ihren Leitzins stärker gesenkt, als es von Beobachtern erwartet worden war. Die Notenbanker senkten den Satz von 39,5 Prozent auf 38,0 Prozent. Die
Inflationserwartungen und das Preisverhalten zeigten „Anzeichen
einer Verbesserung“, teilte der geldpolitische Ausschuss mit. Dennoch berge die Inflation weiter wirtschaftliche Risiken.

Die meisten Analysten, die die Nachrichtenagentur Reuters befragte,
hatten lediglich mit einem Rückgang auf 38,5 Prozent gerechnet. 

Die jüngsten Konjunkturdaten stützen die Entscheidung der Zentralbank jedoch. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren die Verbraucherpreise im November um 31,1
Prozent gestiegen. Das lag unter
den Erwartungen von Ökonomen. Vermutlich haben sinkende Lebensmittelpreise dazu beigetragen. Die türkische Notenbank hat sich zum Ziel gesetzt, die Inflation bis Ende
kommenden Jahres auf 16 Prozent zu drücken. An den Finanzmärkten
wird dies jedoch mit Skepsis gesehen.

Der Leitzins der Türkei ist ein Politikum

Die Zentralbank hatte jahrelang eine ungewöhnliche Niedrigzinspolitik verfolgt. Das geschah maßgeblich auf Druck des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, der gern Einfluss auf den Leitzins des Landes nahm. Dies hatte die Inflation in die Höhe getrieben; die Landeswährung, die türkische Lira, stürzte ab. Seit Mitte 2023 hatte die Zentralbank ihren Leitzins gern höher beziffert als zuvor. Dies hatte geholfen, die Währungsreserven der Türkei aufzufüllen und ausländische Investoren zurückzugewinnen.

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