Nachhaltigkeitskonflikt: Die Spaltung

Die Auseinandersetzungen um das Thema Nachhaltigkeit in den vergangenen drei Jahren lassen einen tiefen gesellschaftlichen Spalt erkennen. Für manche Gruppen ist es völlig klar, dass der Umbau zur Klimaneutralität um jeden Preis geschehen muss.

Dazu gibt es eine Gegenbewegung, die sich in einer Blockade des vermeintlichen deutschen Alleingangs zeigt. So ist festzuhalten, dass eine (sozial-)ökologische Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft kein Projekt von jedermann ist.

Dieser Konflikt liegt auch hinter den tiefen Verwerfungen in der EFRAG, dem Gremium, das sich um internationale Rechnungslegungs- und europäische Berichterstattungsstandards für Nachhaltigkeit kümmert. Nicht alle streben dasselbe Tempo an. Die Folge sind komplizierte Richtlinien, die Unternehmen und Finanzmärkte monatelang beschäftigen.

Ein liberalerer Kompass, der anerkennt, dass Verbesserungen ohne Daten nicht erreichbar sind, der aber bürokratische Überforderung verhindert, fehlt in diesem Konflikt. Das bremst den Fortschritt der Wirtschaft hin zu einer leistungsfähigen und ressourcenschonenden Produktion.

Source: faz.net