nachdem Epstein-Untersuchung: Präsident des Weltwirtschaftsforums tritt zurück

Nach einer Untersuchung zu seinen Kontakten mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wirft der Präsident des Weltwirtschaftsforums (WEF), Børge Brende, das ⁠Handtuch. „Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschlossen, als Präsident und CEO des Weltwirtschaftsforums zurückzutreten“, erklärte Brende am Donnerstag in einer Mitteilung. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für das Forum, seine wichtige Arbeit ohne Ablenkungen fortzusetzen“, hieß es weiter. In einer zweiten ‌Mitteilung erklärten die Ko-Vorsitzenden des Stiftungsrats, André Hoffmann und Larry Fink, sie akzeptierten die Entscheidung Brendes. Epstein wurde in den Mitteilungen nicht erwähnt.

Brende hatte nach Bekanntwerden der Verbindung gegenüber dem Stiftungsrat Stellung bezogen: Er habe damals nicht von Epsteins krimineller Vergangenheit nichts gewusst. Später habe er dann seinen Vorgesetzten darüber informiert. Dieser war 2019 jedoch der WEF-Gründer und langjährige Chef Klaus Schwab gewesen, der wiederum gegenüber der F.A.Z. mitteilen ließ, er sei dahingehend nicht informiert worden. Der WEF-Stiftungsrat hatte daraufhin eine unabhängige Untersuchung der Kontakte Brendes zu Epstein eingeleitet. Die Ergebnisse wurden bislang nicht offiziell bekanntgegeben. Der 60 Jahre alte Brende hatte seit 2017 an der Spitze des WEF gestanden.

Die Untersuchung sei nun abgeschlossen und ‌habe keine weiteren Bedenken über das bereits Bekannte hinaus ergeben, hieß es in der Mitteilung weiter. Die Veröffentlichung Zehntausender Gerichtsdokumente hatte drei Geschäftsessen mit Epstein offenbart. Der Norweger kommunizierte auch per E-Mail und SMS mit dem US-Millionär.

Roche-Vizepräsident Hoffmann und Blackrock-Chef Fink dankten Brende für
seine Führung während einer wichtigen Reformphase und das erfolgreiche Jahrestreffen ⁠in Davos. Bei Jahrestreffen in dem Schweizer Ort nehmen jeweils Tausende Wirtschaftsführer und Top-Politiker teil. Im Januar 2026 hielt unter anderem US-Präsident Donald Trump eine
Rede und traf sich mit einer Reihe von Politikern und Spitzenmanagern. Brende war 2017 zum WEF-Präsidenten ernannt worden.

Alois Zwinggi übernimmt übergangsweise

Als Interimspräsidenten bestimmt der Stiftungsrat den gegenwärtigen Managing ⁠Director des ‌WEF, Alois Zwinggi. Der Stiftungsrat werde nun die Suche nach einer dauerhaften Nachfolge einleiten.

Brende ist nicht der Erste, der über die Epstein-Affäre stolpert. Vergangene Woche hatte der Verwaltungsratschef der Hotelkette Hyatt, Thomas Pritzker, seinen Hut genommen. Die norwegische Diplomatin Mona Juul trat ⁠von ihrem Posten ⁠zurück, Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit entschuldigte sich für ihre früheren Kontakte zu Epstein, und in Frankreich gab der frühere Kulturminister Jack Lang ⁠sein Amt als Präsident
des ⁠Instituts der Arabischen Welt auf.

Epstein hatte über Jahre hinweg ein umfangreiches System zur sexuellen ‌Ausbeutung Minderjähriger betrieben. Er pflegte weltweit Kontakte zu hochrangigen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Adel. Epstein wurde im Juli 2019 festgenommen und einen Monat später tot in seiner New
Yorker Gefängniszelle aufgefunden, was als Selbstmord eingestuft wurde. Die US-Regierung hat jüngst nach massivem Druck auch aus der Bevölkerung zahlreiche Unterlagen zu dem Fall veröffentlicht, zum Teil geschwärzt.

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