Nach Festnahme: Noch immer könnte Andrew König werden


Zur Merkliste hinzufügen

Die Luft wird dünner für den ehemaligen Prinzen Andrew. Selbst nach allem, was passiert ist, könnte er aber noch König werden.

Trotz seiner Verbindungen zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953-2019), trotz Entzug seiner royalen Titel und trotz einer Festnahme an seinem 66. Geburtstag könnte der ehemalige Prinz Andrew noch eines Tages König werden. Was geschehen müsste, damit der Bruder von König Charles III. (77) aus der Thronfolge gestrichen wird, erklärt die BBC. Laut der britischen Rundfunkanstalt wäre dies mit einem erheblichen Aufwand, verteilt über mehrere Länder, verbunden.

Zwar dürfe der ehemalige Prinz seine Titel nicht mehr tragen, er befinde sich allerdings weiterhin an achter Stelle der Thronfolge. Theoretisch könne er entfernt werden, das Parlament müsste allerdings dem Erlass eines Gesetzes zustimmen. Darüber hinaus müssten alle Länder im Commonwealth zustimmen, deren offizielles Staatsoberhaupt König Charles III. ist.

Ein Ausschluss Andrews würde sicherlich ein Zeichen setzen, gleichzeitig ist die Wahrscheinlichkeit, dass er tatsächlich einmal König werden könnte, doch sehr gering. Vor dem jüngeren Bruder von Charles liegen in der Liste der Thronfolgerinnen und Thronfolger ausschließlich deutlich jüngere Mitglieder der Königsfamilie. Der aktuelle britische Thronfolger ist Charles‘ älterer Sohn, Prinz William (43). Dessen Kinder George (12), Charlotte (10) und Louis (7) rangieren auf den Plätzen zwei bis vier. An fünfter Stelle folgt Charles‘ jüngerer Sohn, Prinz Harry (41). Dessen Kinder Archie (6) und Lilibet (4) liegen ebenfalls vor Andrew.

Andrew Mountbatten-Windsor: Was ist am 19. Februar passiert?

Andrew Mountbatten-Windsor war am Morgen seines 66. Geburtstags am 19. Februar festgenommen und am Abend wieder entlassen worden. Wie die Thames Valley Police bestätigte, kam es zu Durchsuchungen in den Grafschaften Norfolk und Berkshire. Zum Zeitpunkt der Entlassung liefen die Untersuchungen in Berkshire noch. Fotos vom Donnerstag zeigen Polizeikräfte im Windsor Great Park. Durchsuchungen in Norfolk seien abgeschlossen. Dort hält sich Charles‘ Bruder derzeit auf, nachdem er aus der Royal Lodge im Windsor Great Park auf den Landsitz Sandringham in Norfolk umziehen musste.

Man habe „einen Mann in seinen Sechzigern aus Norfolk wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen“, bestätigte die Polizei. Andrew war früher britischer Handelsgesandter. Nach Enthüllungen aus den Epstein-Akten ist der Verdacht aufgekommen, der einstige Prinz könnte vertrauliche Regierungsdokumente an Epstein herausgegeben haben. Derzeit ist Andrew noch nicht angeklagt. Sollte dies passieren und er würde verurteilt, würde im Höchstfall eine lebenslange Freiheitsstrafe drohen.

Polizei dürfte sich sicher sein, „dass sie einen Fall aufbauen“ kann

Offenbar gibt es ausreichend Hinweise darauf, dass etwas im Argen liegt. „Um jemanden festzunehmen, müssen die Ermittler davon überzeugt sein, dass sie einen Fall haben“, kommentiert Wendy Joseph, eine ehemalige Richterin am Zentralen Strafgerichtshof in London, laut „Tagesschau“. Und: „Bei einem Verdächtigen dieser Art wäre es außergewöhnlich, wenn sie nicht viel Arbeit investiert hätten, um sicherzustellen, dass sie einen Fall aufbauen können.“ Solche Festnahmen wie im Fall Andrew Mountbatten-Windsor gebe es in Großbritannien in der Regel, um erste Befragungen durchzuführen und damit die Beamten ungestört Durchsuchungen vornehmen können, erklärte ein Korrespondent der BBC.

Charles machte unterdessen in einem Statement unmissverständlich klar, dass das Gesetz seinen Lauf nehmen müsse. Der Palast sichere den Ermittlern „volle und aufrichtige Unterstützung und Kooperation“ zu. Der König habe „mit tiefster Besorgnis die Nachricht über Andrew Mountbatten-Windsor und den Verdacht des Amtsmissbrauchs erfahren“.

SpotOnNews

Source: stern.de