Nach dieser Insolvenz: Modemarke Closed wird gerettet

Als Anbieter hochwertiger Jeans hat sich die Modemarke Closed einen Namen gemacht. Doch im August musste das Hamburger Unternehmen Insolvenz anmelden. Jetzt gibt es einen Lichtblick: Investoren aus der Branche greifen zu. Es sind die Unternehmerfamilie Böck, denen die Marke Marc O’Polo gehört, sowie Dieter Holzer. Dieser war bis 2021 Vorstandschef von Marc O’Polo. Diesen Posten gab er damals an den erst 32 Jahre alten Maximilian Böck ab, den Sohn des Inhabers, und wechselte in den Aufsichtsrat.

Der Unternehmenssitz werde auch in Zukunft Hamburg sein, heißt es in einer Mitteilung des Insolvenzverwalters Stefan Denkhaus. Von den Investoren spricht er als „in der internationalen Modebranche erfahrene und geschätzte Unternehmer und Manager“. Mehr Details zu der Übernahme sollen erst in der kommenden Woche öffentlich gemacht werden. Zuerst soll die Belegschaft die Chance haben, direkt von den künftigen Eigentümern sowie dem Insolvenzverwalter informiert zu werden. Insgesamt zählt Closed rund 400 Beschäftigte, davon haben 330 in Deutschland ihren Arbeitsplatz. Der Geschäftsbetrieb lief auch nach der Insolvenzanmeldung weiter. In den rund drei Dutzend Geschäften und online wird die Herbst/Winter-Kollektion angeboten.

Marc O’Polo ist ein Anbieter von Freizeitmode, der als qualitativ hochwertig wahrgenommen wird – und oft auch als skandinavisch. Tatsächlich wurde das Unternehmen in den Sechzigerjahren in Schweden gegründet, es hat aber schon seit den Neunzigerjahren seinen Sitz in Stephanskirchen bei München. Zuletzt wurde ein Umsatz in der Größenordnung von 650 Millionen Euro erzielt.

Zu stark auf die Marke gesetzt

Das deutlich kleinere Hamburger Unternehmen Closed mit zuletzt 120 Millionen Euro Umsatz ist preislich darüber angesiedelt. Jeans kosten hier oft zwischen 200 und 300 Euro, Premium-Modelle auch mehr. Die Fachzeitschrift „Textilwirtschaft“ mutmaßt, dass Closed sich allerdings „an einem zu ambitionierten Trading Up verhoben“ habe. Viel Geld floss demnach in teures Marketing, in den angesagtesten Lagen Europas seien Geschäfte eröffnet worden. Gleichzeitig habe man sich beispielsweise von Zalando als Vertriebsplattform getrennt.

Diese Positionierung im lukrativen Premium-Segment lockte im Investorenprozess offenbar auch Unternehmen mit klangvollen Namen. Negativ dürften sich dagegen Gerüchte über die undurchsichtige Finanzlage von Closed ausgewirkt haben.

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