Nach dem Sieg überfällt eine Horde vermummter Eisbären-Anhänger vereinen Fan-Bus des Gegners

Die Eisbären Berlin gewannen im Halbfinale der Deutschen Eishockey Liga auch ihr zweites Heimspiel gegen die Kölner Haie. Danach allerdings kam es zu unschönen Szenen. Der Berliner Verein verurteilt den Angriff „aufs Schärfste“.

Audioplayer wird geladen

Eigentlich hatten die Berliner Eishockeyspieler und ihre Fans nach dem Ende des Play-offs-Spiels gegen Köln Grund zum Jubeln: Die Eisbären siegten am Sonntag 4:2 (0:0, 1:0, 3:2) und führen damit in der Best-of-seven-Serie 2:1. Ein Vorfall danach aber überschattet den Erfolg: Fans der Eisbären Berlin überfielen einen Bus mit Anhängern der Kölner Haie.

Der deutsche Meister Eisbären distanziert sich deutlich von der Attacke. „Wir entschuldigen uns zutiefst bei den Kölner Haien und ihren Fans, sowie bei allen Insass*innen des überfallenen Fanbusses“, teilte Eisbären-Geschäftsführer Thomas Bothstede auch im Namen der übrigen Fangruppierungen mit. „Wir lehnen Gewalt in jeglicher Form ab und verurteilen den Angriff aufs Schärfste.“

Lesen Sie auch

Der Reisebus mit den Fans der Rheinländer fuhr nach dem dritten Halbfinal-Spiel am Sonntag bei den Eisbären nahe der Uber Arena in Berlin-Friedrichshain los, als 20 bis 30 vermummte Angreifer auf die Straße stürmten und mit Fahnenstangen, Fäusten und Glasflaschen auf den Bus einschlugen, wie die Polizei mitteilte. Einige Täter aus der Menge der Berliner Fans öffneten demnach die unteren Gepäckfächer des Kölner Busses und stahlen Fanartikel wie Trommeln und Fahnen. Andere Angreifer drangen auch in den Bus ein und verletzten einen Fahrgast durch einen Flaschenwurf.

Eisbären: „In Aufarbeitung null Toleranz walten lassen“

Zivilpolizisten griffen ein, die vermummten Angreifer verschwanden in einer weiteren Berliner Fangruppe und wechselten die Kleidung. Die Polizei überprüfte insgesamt 92 Fans. Schließlich wurden die aus dem Bus gestohlenen Gegenstände an die Polizei übergeben. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts des besonders schweren Landfriedensbruchs.

Lesen Sie auch

Die Eisbären dankten der Polizei für den schnellen Einsatz und sicherten Unterstützung bei der Aufarbeitung zu. Sollten die Täter identifiziert werden, werde es auch vereinsinterne Konsequenzen geben.

„Eishockey ist und bleibt ein Sport für die ganze Familie, und solche Taten haben dort nichts, aber auch gar nichts zu suchen“, sagte Bothstede. „Ich bitte darum, nicht alle Eisbären-Fans über einen Kamm zu scheren. Wir werden in der Aufarbeitung null Toleranz walten lassen.“ Bei den kommenden Spielen werde es ein deutlich erhöhtes Polizeiaufgebot geben.

dpa/mel

Source: welt.de

ären BerlinDeutsche Eishockey Liga (DEL) (ks)EHC EisbEishockeyKölner Haie