Borussia Dortmund verspielt einen Zwei-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel und fliegt aus der Champions League. Nach der Niederlage und einer in Teilen desolaten Vorstellung in Bergamo redet Kapitän Emre Can Klartext.
Gregor Kobel verließ seinen Strafraum und nahm den Ball an. Der Torwart von Borussia Dortmund wollte den Ball in der letzten Minute der Nachspielzeit im Spiel halten. Statt ihn auf die Tribüne zu dreschen, spielte er einen fatalen Fehlpass. Ein Fehlpass, der in einem Elfmeter für Atalanta Bergamo mündete. Statt Verlängerung hieß es Aus in der Champions League.
Nach dem 2:0 im Hinspiel verlor der BVB durch den Elfmeter in letzter Sekunde 1:4 in Bergamo. Es war über weite Strecken eine desolate Vorstellung der Borussia, die verdient aus der Königsklasse flog. Ein solches Aus war den Dortmundern im Europacup zuvor nur im Dezember 1987 gegen den FC Brügge passiert. Damals scheiterte der BVB nach einem 3:0 im Hinspiel durch ein 0:5 nach Verlängerung.
Nach der Niederlage verschwanden Trainer und Spieler gesammelt in der Kabine. Wie auf dem Platz ging Emre Can dann voran, der BVB-Kapitän stellte sich nach der bitteren Niederlage.
„Wir haben Kack-Tore bekommen“
„Wenn du vier Tore in den Play-offs kassierst, wird es schwer, weiterzukommen. Wenn du so viele individuelle Fehler machst, wird es schwer, weiterzukommen. Wenn wir unsere Chancen mal nutzen würden. Wir hatten in der zweiten Halbzeit einige hundertprozentige Chancen. Am Ende sind wir verdient ausgeschieden. Wir haben Kack-Tore bekommen, das darf nicht passieren. Wir sind nach dem dritten Gegentor gut ins Spiel gekommen. Wir hatten dann eine dicke Chance. Das tut extrem weh“, sagte Can.
Der Kapitän spielte wohl auf die hundertprozentige Möglichkeit von Serhou Guirassy an, der in der 74. Minute frei stehend vor Atalantas Torwart den Ball verstolperte und nicht den Anschlusstreffer erzielte.
Die Niederlage ist nicht nur ärgerlich, sondern auch teuer: Der Borussia gehen mindestens 15 Millionen Euro, die die Achtelfinalteilnahme gebracht hätte, durch die Lappen. Auch wegen des Fehlers Kobels, der zuvor aber mehrfach stark parierte hatte.
„In der Champions League wird so etwas bestraft“, sagt der BVB-Trainer
„Es war mein Fehler am Ende. Es tut sehr leid für meine Jungs. Ich wollte den Ball zuerst weghauen. Es ging um einen Bruchteil einer Sekunde. Ich muss den Ball irgendwie klären, das ist natürlich hart für die Mannschaft.“
„Die Niederlage war sehr unnötig, wir haben kein gutes Spiel gemacht. Wir waren bei den Gegentoren nicht richtig da. In der Champions League werden solche Fehler bestraft. Heute haben wir nicht die Leistung gebracht, die nötig gewesen wäre, um weiterzukommen“, sagte BVB-Trainer Niko Kovac.
Source: welt.de