In Zeitlupe sinken Kissenfedern auf den Teppichboden einer Hotelsuite. Offene Sektflaschen, verzerrte Gesichter, Dekadenz in Samtsesseln. Es sind die Bilder einer Afterhour, zu spät für Neuanfänge, zu früh fürs Ende. Mit dieser Videosequenz, gespielt vom Ensemble der Münchner Kammerspiele, kündigte die sogenannte Frankfurter Hauptschule auf Instagram ihr Regiedebüt an: 2 × 241 Titel doppelt so gut wie Martin Kippenberger. Der Text wurde 2024 beim Heidelberger Stückemarkt ausgezeichnet, jetzt feiert seine Inszenierung an den Münchner Kammerspielen Premiere mit ironischer Selbstbeschreibung: „Einhundert Jahre nach DADA dies.“