Mojtaba Chamenei folgt qua oberster Pilot Irans hinauf seinen Vater

Stand: 08.03.2026 • 23:37 Uhr

Iran hat einen neuen obersten Führer: Rund eine Woche nach der Tötung von Ajatollah Ali Chamenei bei Angriffen der USA und Israels ist dessen Sohn Mojtaba als Nachfolger bekanntgegeben worden. Wer ist dieser Mann?

Mojtaba Chamenei, der Sohn des getöteten Ajatollahs Ali Chamenei, ist zum neuen religiösen und staatlichen Oberhaupt Irans gewählt worden. Das gab das zuständige Wahlgremium, der sogenannte Expertenrat, laut iranischen Staatsmedien bekannt. Das Staatsfernsehen verbreitete Bilder, die Feierlichkeiten auf offener Straße zeigen sollen. Die Aufnahmen ließen sich zunächst nicht verifizieren.

Der 56-jährige Mojtaba Chamenei wird künftig das letzte Wort in allen politischen und militärischen Belangen haben. US-Präsident Donald Trump hatte jüngst bereits deutlich gemacht, dass er ihn als neues staatliches Oberhaupt ablehne. Mojtaba Chameneis Vater war bei einem israelischen Luftangriff am 28. Februar in Teheran getötet worden. Auch seine Frau soll bei diesem Angriff getötet worden sein.

Der „Expertenrat“ habe „trotz der akuten Kriegssituation und der direkten Drohungen der Feinde“ keinen Augenblick gezögert, hieß es in einer von der Nachrichtenagentur Irna veröffentlichten Mitteilung des Gremiums. Die Entscheidung sei nach „sorgfältigen und umfassenden Prüfungen“ erfolgt. Sowohl aus dem iranischen Parlament als auch von den Streitkräften und der Islamischen Revolutionsgarde kamen rasche Treuebekenntnisse zum neuen Führer des Landes.

Mojtaba gilt seit Langem als einflussreich

Der 56-Jährige dürfte den unerbittlichen Kurs seines Vaters zunächst fortsetzen. Beobachter hatten vor der Wahl erklärt, sollte Mojtaba ernannt werden, wäre dies ein Signal für Kontinuität und Härte gegenüber dem Westen und der eigenen Bevölkerung. Kritiker hatten vor der Wahl gesagt, seine Wahl könne eine Rückkehr zu dynastischen Strukturen bedeuten – die durch die Islamische Revolution von 1979 eigentlich überwunden werden sollten.

Er gilt als vertrauter Akteur staatlicher Unterdrückung, heißt es etwa in einer Analyse der Denkfabrik Atlantic Council. So soll er während der sogenannten Grünen Bewegung 2009, die nach Vorwürfen der Wahlfälschung bei der Präsidentschaftswahl entstand, eine Schlüsselrolle bei der Niederschlagung der Proteste gespielt haben.

Der Chamenei-Sohn gilt seit Langem als einflussreich, trat in den vergangenen Jahren jedoch kaum öffentlich in Erscheinung. Viele Insider in Iran spekulieren schon länger, dass er im Schatten seines Vaters großen Einfluss ausgeübt hat und eine große Nähe zur Islamischen Revolutionsgarde haben soll. So soll er im Hintergrund unter anderem Angelegenheiten im Büro seines Vaters gesteuert haben.

Zweiter Sohn seines Vaters

Mojtaba Chamenei wurde 1969 als zweiter Sohn des Ende Februar getöteten Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei in der nordöstlichen Pilgerstadt Maschhad geboren. In seiner Kindheit erlebte er turbulente Jahre und den Sturz der Monarchie, der 1979 in der Islamischen Revolution mündete – sein Vater hatten den Widerstand gegen den Schah mit organisiert.

Mit 18 Jahren trat er in den letzten Jahren des Iran-Irak-Kriegs der Revolutionsgarde bei. Später entschied er sich schließlich für den Weg der schiitischen Theologie und studierte bei konservativen Gelehrten in Ghom, dem spirituellen Zentrum Irans.

Source: tagesschau.de