Möglicher Trump-Gegenkandidat Newsom stellt Memoiren vor

Stand: 25.02.2026 • 15:54 Uhr

Er könnte in Zukunft der wichtigste Gegenspieler von US-Präsident Trump werden: Gavin Newsom, kalifornischer Gouverneur und möglicher demokratischer Kandidat bei den nächsten Präsidentschaftswahlen. Seine Memoiren hat er jetzt schon veröffentlicht.

Gavin Newsom, noch Gouverneur von Kalifornien, und möglicher demokratischer Kandidat bei den nächsten Präsidentschaftswahlen, hat seine Memoiren veröffentlicht. Seine Buchtour zu „Ein Leben für die Demokratie“ am Wochenende begann nicht zuhause in Kalifornien, sondern in den Staaten, die 2028 für ihn wichtig werden könnten – wenn er denn kandidieren sollte. In seinem Buch geht es um seine Kindheit, seine Familie und seine Karriere.

Newsom hat schon früher offen über seine Lese-Rechtschreibschwäche geredet – wie auch in seinem Buch. „Meine Lehrer haben früh erkannt, dass es für mich nichts Schlimmeres gab, als einen Text laut vor der Klasse vorzulesen. In der Middle School waren Aufsätze dann mein Endgegner“, so Newsom. Im Nachhinein sei das allerdings eine Art Superpower, sagte der Gouverneur Kaliforniens im Gespräch mit dem Magazin Forbes.

Newsom will sein Bild in der Öffentlichkeit verändern

Einige der besten Führungspersönlichkeiten, die er kenne, hätten dies gemeinsam – sie seien Legastheniker, fast als sei es ein kreatives Gen. Was Newsom offensichtlich in seiner Autobiografie versucht, ist, das Bild zu ändern, das viele in den USA von ihm haben.

Er sei eben nicht einfach privilegiert im Schatten der reichen Getty-Familie aufgewachsen. Newsoms Eltern ließen sich früh scheiden, sein Vater hatte enge Kontakte zu den Gettys. Daraus ergaben sich gemeinsame Luxusurlaube auf Yachten oder im Privatflugzeug. Und natürlich auch Beziehungen, die den einen oder anderen Schritt auf dem Weg des Geschäftsmannes und späteren Politikers geebnet haben dürften.

Autobiografie auch Darstellungsmöglichkeit

Das Buch betont aber gerade auch Newsoms andere Kindheit im Haus seiner Mutter. Dort sei das Geld knapp gewesen, wie er auf seiner Buchtour schildert.

Wir hatten Mitbewohner, die in ihrem Schlafzimmer wohnten, weil wir das vermieten mussten, damit es reichte.

Gavin Newsom, Gouverneur Kaliforniens

Ein nach der Scheidung oft abwesender Vater, eine Mutter, die mehrere Jobs hatte – all das habe ihn als junger Mann geprägt, sagt Newsom. Im englischen Original heißt das Buch etwas weniger pathetisch „Young man in a hurry“, „Ein junger Mann in Eile“ – ein Bild, das Newsom zu gefallen scheint.

Eine Autobiografie ist immer eine Chance, sich selbst so darzustellen, wie man sich gern präsentieren möchte. Er habe authentisch sein wollen: „Man muss über seine Stärken, aber auch die Schwächen, die Ängste, Misserfolge und Fehler reden. Und das tue ich in diesem Buch.“

Früher Bürgermeister von San Francisco

Sein Arbeitsethos, sein Engagement für die gleichgeschlechtliche Ehe, der relativ erfolglose Versuch während seiner Zeit als Bürgermeister in San Francisco, die Wohnungslosigkeit in den Griff zu bekommen. Die Affäre mit einer seiner Angestellten, der Frau seines Wahlkampfmanagers. Das sei der größte Verrat seines Lebens gewesen, so Newsom.

Erstaunlich blass bleibt seine erste mehrjährige Ehe mit Kimberly Guilfoyle. Die Juristin war später mit Donald Trump junior verlobt und ist jetzt Botschafterin in Griechenland. Sie taucht nur auf ein paar Seiten auf, als wäre sie eher ein gelegentlicher Hausgast gewesen als eine Ehefrau. Auch auf der Buchtour in Atlanta ist sie nur ein Scherz am Rande.

Ich habe mich von jemandem scheiden lassen, die Donald Trump Jr.s Verlobte war – ihr könnt jetzt gehen, wenn ihr wollt.

Gavin Newsom

Klarer Trump-Gegner

Zu erwarten war, dass Präsident Donald Trump senior nicht gut wegkommt, wenn Newsom seine erste Begegnung mit ihm schildert. Der kalifornische Gouverneur war zu Beginn von Trumps zweiter Amtszeit zurückhaltend im Umgang mit dem Präsidenten, positionierte sich dann aber als klarer Gegner und nimmt vor allem auf Social Media kein Blatt vor den Mund.

Die immer wieder gestellte Frage, ob er denn 2028 kandidieren werde, beantwortet Newsom bisher allerdings nicht. Er sagte dazu nur, man werde sehen, wohin die Reise führe. „Aber diese Reise werde ich nicht allein antreten, die muss ich gemeinsam mit meinen Kindern und meiner Frau machen.“

Source: tagesschau.de