„Mittel zur Einschüchterung“Iran richtet angeblichen Spion hin
23.04.2026, 11:59 Uhr
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Die Serie der Hinrichtungen im Iran dauert an. Ein Mann wird wegen angeblicher Mitgliedschaft in einer Oppositionsgruppe exekutiert, weitere Todesurteile werden ohne jegliche Beweislast gefällt. Die Zahl der HInrichtungen durch das Regime ist Menschenrechtlern zufolge auf einem Höchststand.
Im Iran ist ein Mann wegen seiner angeblichen Mitgliedschaft in der verbotenen Oppositionsgruppe der Volksmudschaheddin hingerichtet worden. Sultan-Ali Schirsadi-Fakhr wurde wegen der „Mitgliedschaft in einer terroristischen Gruppe“ sowie der „Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst des israelischen Regimes“ gehängt, hieß es auf der Website der iranischen Justiz, Misan Online.
Wann der Mann festgenommen wurde, blieb zunächst unklar. Misan Online zufolge lebte der Verurteilte einige Zeit in Spanien. Ob er neben dem iranischen Pass eine weitere Staatsangehörigkeit besaß, wurde nicht bekannt gegeben.
Willkürliche Anwendung der Todesstrafe
Davor waren bereits vier Exekutionen durchgeführt worden. Ein Todesurteil wurde im Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar vollstreckt. Drei weitere Männer wurden nach Spionagevorwürfen hingerichtet. Menschenrechtler sprachen bei zwei von ihnen hingegen von politischen Gefangenen, die den oppositionellen Volksmudschaheddin angehört haben sollen. Die Exil-Gruppe ist im Iran verboten; sie hat sich zum Ziel gesetzt, das Herrschaftssystem im Iran zu stürzen.
Die Volksmudschaheddin unterstützte 1979 die Islamische Revolution, bevor sie sich in den 1980ern mit den herrschenden Islamisten überwarf. Inzwischen ist die Gruppe im Exil ansässig und wird von Teheran als Terrororganisation eingestuft.
Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch als Mittel der Einschüchterung zu nutzen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Organisation Iran Human Rights (IHRNGO) mindestens 1.639 Menschen hingerichtet, so viele wie seit 35 Jahren nicht mehr.
US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch erklärt, dass der Iran auf seine Bitte hin die geplante Hinrichtung von acht zum Tode verurteilten Frauen gestoppt habe. Teheran wies zurück, eine Hinrichtung der Frauen geplant zu haben und bezichtigte Trump der Verbreitung von „Falschmeldungen“
Source: n-tv.de