Mit neuen Technologien können besondere Momente einfach und schnell festgehalten werden, ohne Stift und Zettel. Das möchte die Jourries – Moments Forever GmbH aus Neuss ermöglichen. Man bezeichnet sich als Marktführer im Bereich NFC-Schmuck. NFC ist eine Funktechnik für sehr kurze Distanzen (Near Field Communication).
Es handelt sich um Schmuckstücke, auf denen Erinnerungen gespeichert werden. „Sozusagen ein Tagebuch, das man in Form von Schmuck immer bei sich tragen kann“, sagt Moritz Tschischkale, der das Unternehmen mit Henrik Hühn im Jahr 2022 gegründet hat. Man beschäftigt inzwischen vier Mitarbeiter.
Im Juni 2024 waren Tschischkale und Hühn in der Vox-Gründershow „Höhle der Löwen“ zu Gast. Dagmar Wöhrl und Janna Ensthaler investierten 100.000 Euro in das Start-up und bekamen dafür einen Anteil von 25 Prozent. „Durch diese Investition konnte der Schmuck auf den Markt gebracht werden und die App technologisch verbessert werden“, sagt Tschischkale.
Auf der Suche nach einem Geschenk
Er sei auf der Suche nach einem persönlichen Geschenk für seine Freundin gewesen, erzählt er. „Ich stieß auf die typischen Medaillons und wollte eine Möglichkeit schaffen, mit der man mehr als nur eine Erinnerung bei sich tragen kann.“ Im Austausch mit Hühn, der Programmierer ist und gern entwickelt, entstand die Idee, die NFC-Technologie für die Schmuckstücke zu verwenden.
In die Fassung des Schmuckstücks werden Edelsteine, zum Beispiel Tigerauge oder Pink Jasper, eingearbeitet. Hinter diesen wird ein NFC-Chip versteckt. „Diese Technologie ist beispielsweise auch in Kreditkarten vorzufinden und ermöglicht das kontaktlose Bezahlen“, erklärt Tschischkale. Der Schmuck wird mit einer App verbunden. Über sie können Ereignisse eingetragen, Sprachnachrichten festgehalten und Bilder gespeichert werden. Im Laufe der Zeit wird der Schmuck zu einem Tagebuch, das immer mehr Erlebnisse festhält.
Um auf diese zuzugreifen, wird zunächst das Smartphone an den Edelstein gehalten. „Daraufhin öffnet sich das Tor zu den gespeicherten Erinnerungen“, sagt Tschischkale. Damit meint er die Jourries-App. Die eingetragenen Erinnerungen kann man auch öffentlich stellen: Bei einem Kontakt zwischen Smartphone und Schmuck erscheinen sie über einen Webbrowser.
Zunächst wird bei Jourries die Designidee auf Papier gebracht. Dann erstellt man mit dem 3D-Drucker Prototypen. Das Sortiment umfasst Halsketten ab einem Preis von 99 Euro. Armbänder werden ab 69 Euro angeboten. Hergestellt werden die Produkte in Pforzheim. Von dort werden sie vor allem innerhalb Deutschlands verschickt. Bis Ende 2024 verkaufte das Start-up 7500 Schmuckstücke. Laut Tschischkale lag der Umsatz 2024 bei einer halben Million Euro.
Der Artikel stammt aus „Jugend und Wirtschaft“ – ein Schulprojekt der FAZIT-Stiftung mit Unterstützung der Brost-Stiftung.