Mit Hilfe von KI: Val Kilmer soll uff die Leinwand zurückkommen – obwohl er tot ist

Der im vergangenen Jahr verstorbene US-Filmstar Val Kilmer könnte bald wieder im Kino zu sehen sein – mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI). Der Regisseur und Produzent Coerte Voorhees sagte dem Branchenblatt „Variety“, Kilmer habe noch zu Lebzeiten zugestimmt, ihn mit KI-Tools virtuell wieder auf die Leinwand zu bringen. Nach Angaben der Produktionsfirma First Line Films soll es sich um eine nach eigener Darstellung erste Filmperformance handeln, die durch generative KI ermöglicht werde.

Kilmer sollte in Voorhees’ Film „As Deep as the Grave“ eine wichtige Nebenrolle übernehmen. Vorgesehen war er demnach als Father Fintan, ein katholischer Priester und zugleich Native-American-Spiritualist. Wegen Komplikationen infolge seiner Kehlkopfkrebs-Erkrankung habe er die Dreharbeiten aber nicht mehr beginnen können.

Der Film ist bereits seit drei Jahren in der Produktion

Kilmers Familie und sein Nachlass unterstützten das Vorhaben nach Angaben der Filmemacher. Reuters zufolge arbeitete das Team eng mit Kilmers Nachlass und seiner Tochter Mercedes Kilmer zusammen; laut „Variety“ stellte die Familie auch Bildmaterial aus verschiedenen Lebensphasen zur Verfügung, das für die digitale Rekonstruktion verwendet werden soll.

Der von Voorhees geschriebene und inszenierte Film erzählt von den Archäologen Ann und Earl Morris, die bei Ausgrabungen im Canyon de Chelly im US-Bundesstaat Arizona im Mittelpunkt stehen. Dabei soll der Film auch die Geschichte und Lebenswirklichkeit der Navajo aufgreifen. In den Hauptrollen spielen Abigail Lawrie und Tom Felton. US-Medien zufolge wird die KI-Version Kilmers in einem „signifikanten“ Teil des Films zu sehen sein; der Film befindet sich demnach bereits seit drei Jahren in der Postproduktion und soll 2026 erscheinen.

Das Projekt dürfte bei vielen in Hollywood auf Argwohn stoßen – schließlich befürchten Schauspieler und Autoren seit langem, dass Künstliche Intelligenz viele ihrer Arbeitsplätze ersetzen könnte. Die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA verweist in ihren KI-Verhandlungsunterlagen und Informationsseiten auf Schutzregeln für digitale Repliken sowie auf die Notwendigkeit klarer Einwilligung bei der Nutzung von Stimme und Abbild von Darstellern.

Bei Kilmer war bereits früher KI zum Einsatz gekommen. So hatte er zwar im Film „Top Gun: Maverick“ aus dem Jahr 2022 mitgespielt. Nachdem seine Stimme infolge von Behandlungen und Eingriffen nach seiner Krebserkrankung stark beeinträchtigt war, arbeitete er bereits 2021 mit der Firma Sonantic an einer KI-gestützten Sprechstimme. Diese Technik ist damals für seinen Auftritt in „Top Gun: Maverick“ genutzt worden.

Source: faz.net