Miersch fordert Anspruch hinaus raschen Facharzttermin

Stand: 27.03.2026 • 09:22 Uhr

Wer einen Termin beim Facharzt braucht, wartet oft monatelang. SPD-Fraktionschef Miersch will das ändern. Ein gesetzlicher Anspruch soll auch der Ungleichbehandlung zwischen Privat- und Kassenpatienten entgegenwirken.

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hat einen gesetzlichen Anspruch auf einen zeitnahen Termin beim Facharzt gefordert. „Angemessen wären etwa drei Wochen“, sagte Miersch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Es sei nicht gerecht, dass Privatversicherte schneller einen Facharzttermin bekämen, als gesetzlich Versicherte.

Als Möglichkeit schlug Miersch ein „Bonus-Malus-System in der Ärztevergütung“ vor. Wer keine Termine anbiete, bekomme weniger Budget. Alternativ könne dieses Geld dann an Kliniken gehen, die mit ambulanten Arztterminen einspringen, so Miersch. In der Debatte um lange Wartezeiten für Facharzttermine hatte schon der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach eine Termingarantie bei Fachärzten für gesetzlich Versicherte gefordert – denn die beklagen die Umstände schon seit Jahren.

Mehr als ein Drittel der Versicherten wartet monatelang

Nach einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Linken-Anfrage betrug bei gesetzlich Versicherten, die mindestens einen Tag auf einen Facharzttermin gewartet haben, die Wartezeit 2024 durchschnittlich 42 Tage. Eine Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse hatte zuletzt gezeigt, dass nur acht Prozent der Befragten innerhalb weniger Tage einen Termin in einer Facharztpraxis, etwa beim Hautarzt oder Orthopäden, erhalten. 35 Prozent der Befragten mussten mehrere Monate warten.

Aktuell arbeitet eine von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingesetzte Expertenkommission an Vorschlägen für Einsparungen bei der Gesundheitsversorgung. Sie soll ihre Ergebnisse kommende Woche vorstellen.

Source: tagesschau.de