Miami: US-Gericht eröffnet Prozess um Mord an Haitis Präsident Jovenel Moïse

In den USA hat ein weiterer Prozess um den Mord an dem haitianischen Präsidenten
Jovenel Moïse
begonnen. Vier Männer stehen in Miami im US-Bundesstaat Florida vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, sich verschworen
zu haben, um den haitianischen Staatschef zu entführen oder zu töten und
ihn durch eine Person ihrer Wahl zu ersetzen. Weitere fünf Menschen haben sich in den USA bereits der Verschwörung schuldig bekannt und wurden zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt.

Die Angeklagten seien von Gier, Arroganz und Machtstreben geleitet
gewesen, erklärten die zuständigen Staatsanwälte in ihren
Eröffnungsplädoyers. Der Fall sei eigentlich nicht kompliziert, sagte Bundesstaatsanwalt Sean McLaughlin zu den
Geschworenen: Die Angeklagten
hätten die Macht ergreifen und reich werden wollen.

Tat wurde offenbar in den USA geplant

Moïse war der letzte gewählte Präsident des Karibikstaats. Im Alter von 53 Jahren war er am 7. Juli
2021 bei einem Angriff von etwa zwei Dutzend ausländischen Söldnern in seinem Haus in der Nähe der Hauptstadt Port-au-Prince getötet worden. Gerichtsakten zufolge wurde die Tat zu erheblichen Teilen im
Süden Floridas geplant.

Neben den fünf zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteilten Menschen, erhielt eine sechste Person nach einem Schuldbekenntnis wegen der
Lieferung von Schutzwesten an die Verschwörer von einem US-Gericht neun Jahre Haft. Mindestens ein weiterer Prozess steht in den USA noch aus.

In Haiti werden unterdessen 17 kolumbianische Soldaten und drei frühere haitianische
Amtsträger im Zusammenhang mit der Tat beschuldigt. Die Ermittlungen werden von Bandengewalt, Todesdrohungen und einem
zusammenbrechenden Justizsystem behindert. Haiti befindet sich seit Jahren in einer schweren politischen Krise. Nach Moïses Tod nahm die Gewalt von kriminellen Banden in Haiti noch einmal zu. Inzwischen wird ein Großteil der Hauptstadt von ihnen kontrolliert.

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