Meteoriten und Co. : Was leuchtet da am Himmel?


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Ein Meteorit zog am Sonntag über den Nachthimmel von Rheinland-Pfalz. Was unterscheidet ihn von anderen leuchtenden Himmelserscheinungen? Eine Einordnung.

Viele Menschen im Westen Deutschlands erlebten am Sonntagabend ein spannendes Himmelsspektakel: Ein Meteorit zog hell leuchtend über das Firmament und sorgte für zahllose Anrufe bei Polizei und anderen Notdiensten. Über Rheinland-Pfalz zerfiel er schließlich in mehrere Brocken, die einige Häuser beschädigten. Verletzt wurde wohl niemand. Zuletzt gab es ein solches Ereignis über Deutschland im Jahr 2023, als ein Meteorit über Schleswig-Holstein verglühte und Teile von ihm ein Dach durchschlugen. 

Viel häufiger sind am Himmel Sternschnuppen zu sehen, die oft aus Teilen von Kometen bestehen. Daneben sausen viele weitere Himmelskörper durch das Weltall. Welche sind für die Erde bedrohlich und welche einfach nur schön anzusehen?

Meteor(o)iden

Als Meteoriden oder Meteoroiden werden überwiegend Objekte mit einem Durchmesser von bis zu zehn Metern bezeichnet. Treten die kosmischen Teile in die Erdatmosphäre ein, beginnen sie durch Reibung zu glühen. Zusätzlich entwickelt sich eine hell leuchtende Spur aus Plasma. 

Meteor

Ein Meteor ist nichts anderes als das von der Erde aus sichtbare Leuchten eines Meteoriden, wenn er durch die Erdatmosphäre rast. Auch wenn es sich dabei nur um staubkorngroße Gebilde handelt, erzeugen diese sogenannten Sternschnuppen ein gut sichtbares Leuchten. Zu bestimmten Jahreszeiten treten Sternschnuppen gehäuft auf – immer dann, wenn die Erde in den Schweif eines Kometen gerät. Zu solchen Meteorstürmen gehören unter anderem die Perseiden, die Tauriden und die Leoniden.

Meteoriten 

Vor allem etwas größere Meteoriden verglühen nicht vollständig in der Erdatmosphäre, sondern fallen als Meteoriten bis auf die Erde. Mehr als 90 Prozent der Meteoriten bestehen aus Gestein, etwa fünf Prozent aus den Metallen Eisen und Nickel. Bevor die Menschen Eisenerz verhütten konnten, schmiedeten sie Messer und andere Gegenstände aus solchen Eisenmeteoriten.

Meteoriten können die unterschiedlichsten Ursprungsorte haben: Planeten, Monde oder Asteroiden. Astronomen gewinnen durch sie Einblicke in die Frühzeit unseres Sonnensystems und erhoffen sich Antworten auf die Frage, woher etwa das Wasser auf der Erde stammt. Große Meteoriten hinterlassen bei ihrem Auftreffen große Krater auf der Erde. Ein besonders bekannter Einschlagskrater in Deutschland ist das Nördlinger Ries. 

Kometen

Sie bestehen aus einer Mischung aus Staub, Eis und gefrorenen Gasen und werden daher auch „schmutzige Schneebälle“ genannt. Sie stammen vom Rande des Sonnensystems. Nähern sie sich der Sonne, schmilzt ihr eisiges Äußeres und es bildet sich eine Hülle aus Gas und Staub, die sogenannte Koma. Kommt der Komet noch näher an die Sonne heran, bilden sich zwei Schweife aus. Der vom Sonnenwind erzeugte Plasmaschweif reicht dabei weiter ins All hinein als der kürzere Staubschweif. 

Asteroiden

Diese zwischen zehn und mehreren hundert Metern großen Himmelskörper stammen meist aus dem Asteroidengürtel zwischen Jupiter und Mars. Vermutlich sind sie die Überbleibsel aus der Zeit der Planetenentstehung in unserem Sonnensystem. Die Brocken sind nicht rund wie Planeten, sondern besitzen unregelmäßige Formen. Würde einer dieser Himmelskörper auf die Erde aufschlagen, hätte dies wohl dramatische Folgen: gewaltige Explosionen von der Kraft mehrerer Atombomben, Tsunamis in den Meeren und großflächige Brände. Der aufgewirbelte Staub würde die Erde für Monate oder Jahre einhüllen. Vermutlich ging auch das Verschwinden der Dinosaurier und zahlreicher anderer Tiergruppen am Ende der Kreidezeit vor rund 65 Millionen Jahren einher mit dem Aufprall eines Asteroiden oder großen Meteoriten in der Nähe der mexikanischen Halbinsel Yucatán. 

Dieser Text stammt aus dem stern-Archiv und wurde aktualisiert.

Source: stern.de