Wegen technischer Unregelmäßigkeiten musste die CDU beim Parteitag in Stuttgart per Handzettel abstimmen. Parteichef Friedrich Merz wurde dennoch klar bestätigt: 91,2 Prozent der Delegierten stimmten für seine Wiederwahl.
Die CDU hat ihren Vorsitzenden Friedrich Merz beim Parteitag in Stuttgart mit einem überraschend guten Ergebnis für zwei Jahre wiedergewählt. Für den 70-Jährigen stimmten 878 Delegierte. Es gab 85 Nein-Stimmen und 14 Enthaltungen. Die CDU, die anders als andere Parteien Enthaltungen nicht wertet, errechnete daraus ein Ergebnis von 91,17 Prozent. Enthaltungen mitgerechnet, betrug das Ergebnis 89,87 Prozent.
Merz erreichte damit sein bisher zweitbestes Ergebnis als Parteivorsitzender. 2022 war er bei einem Online-Parteitag mit 94,6 Prozent der Stimmen gewählt und später mit 95,3 Prozent per Briefwahl bestätigt worden. 2024 kam er auf 89,8 Prozent.
Technische Probleme auf Parteitag: Merz-Wahl nicht digital
Der CDU-Parteitag hatte anders als geplant nicht mit einem elektronischen System über die Wiederwahl des Vorsitzenden Friedrich Merz abstimmen können. Die Abstimmung musste traditionell per Stimmkarte stattfinden.
Es gebe derzeit „an mehreren Stellen starke technische Unregelmäßigkeiten, die sich derzeit nicht erklären lassen“, sagte NRW-Digitalministerin Ina Scharrenbach (CDU), die das Votum ankündigte, am Freitag in Stuttgart. „Aufgrund der Bedeutung dieser Wahlen“ habe die CDU entschieden, „die Wahlen wie in den Jahren zuvor analog durchzuführen“.
„Es geht hier heute um die Integrität der Wahlen“, sagte Scharrenbach. „Ich glaube, wir alle wissen, was das letztendlich bedeutet. Und diese müssen rechtssicher durchgeführt werden können. Und das Ergebnis muss über jeden Zweifel erhaben sein.“
Vor der Ankündigung der analogen Wahl waren bei dem Parteitag auch immer wieder Unterbrechungen des Livestreams auf der CDU-Website eingetreten. Zu dieser Zeit sprach unter anderem Parteichef und Kanzler Merz zur Entlastung des Bundesvorstands. Angaben zur Ursache gab es zunächst nicht.
Test mit Fußball-Frage
Zuvor hatte die Tagungsleitung versucht, die Delegierten das System mit einer Probewahl testen zu lassen – und zwar mit der Frage „Was glauben Sie, wer gewinnt die Fußball-WM 2026?“ Ein Ergebnis dazu wurde nicht verkündet.
afp/dpa/saha/ceb
Source: welt.de