Wer den jüngsten Film über Melania Trump gesehen hat, den der Präsident höchstpersönlich wie einen Hollywoodstreifen anpries, weiß viel über die ästhetischen Entscheidungen des Weißen Hauses. Die angehende First Lady kümmert sich darin um ihr Outfit für den Amtsantritt, stimmige Tischdekoration und Inneneinrichtung im Stile des neuen Präsidentenpaares. Umso mehr mochte es überraschen, dass Melania Trump heute, dem dritten Tag der heftigen Angriffe in Iran, eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats leiten soll. Das Thema: „Kinder, Technologie und Bildung in Konflikten“.
Es ist das erste Mal, dass die Ehefrau eines amtierenden Staatschefs einer Sitzung des fünfzehnköpfigen Gremiums vorsitzen soll. Mit ihrem Auftritt bei den Vereinten Nationen wolle sie die Rolle als First Lady nun „neu definieren“, hieß es aus ihrem Umfeld. Melania Trump, 1970 im damals jugoslawischen Slowenien geboren, hat sich in der Vergangenheit nicht übermäßig oft politisch geäußert – wenn, dann jedoch häufig zum Schicksal von Kindern in Konflikten.
Trump: Meine Frau ist mitunter skeptischer
Sie steht einer Initiative vor, die sich um Stipendien und Bildungsmöglichkeiten für Kinder in Pflegefamilien kümmert, und unterstützt Gesetzesvorhaben zum Schutz von Kindern. Im vergangenen Oktober sprach sie außerdem von einem „offenen Kommunikationskanal“ mit Wladimir Putin über die Lage von Kindern im russischen Angriffskrieg in der Ukraine. In einem Brief an den russischen Präsidenten hatte sie geäußert, er habe die Macht, „ihr melodisches Lachen wiederherzustellen“.
Melania, deren Sohn Barron 19 Jahre alt ist, kam 1996 in die Vereinigten Staaten und „unterbrach“ ihr Design-Studium damals nach Angaben des Weißen Hauses, um „erfolgreiches Model in Fernsehwerbungen, Modemagazinen und auf Plakatwänden“ zu werden. Sie lernte Trump in New York kennen und heiratete den 24 Jahre älteren Immobilieninvestor 2005; ein Jahr später erhielt sie die amerikanische Staatsbürgerschaft.
Melania Trump hält sich vornehmlich in New York oder im Anwesen Mar-a-Lago in Florida auf und ist bei politischen Terminen selten an der Seite ihres Mannes zu sehen. In einer Szene ihres Films telefoniert sie nach Trumps Wahlsieg 2024 mit ihm. Er fragt, ob sie den Wahlabend live verfolgt habe. Sie gibt zurück: Nein, nein, das werde sie nachschauen.
Im Privaten soll Melania Trump aber in ständigem Kontakt mit Donald stehen, auch in politischen Fragen. Der Präsident selbst erzählte im vergangenen Jahr, sie sei mitunter skeptischer als er selbst. Als er von einem großartigen Gespräch mit Putin berichtet habe, soll Melania Trump zurückgegeben haben: „Oh, wirklich? Gerade wurde die nächste Stadt getroffen.“
Source: faz.net