Meinung: Olympia-Outfits von Adidas: Lasst den Poncho Poncho sein!

Selbstversuch per KI: Jörg Nowicki, Managing Editor der TW, im Olympia-Poncho von Adidas.

Seit Tagen wird in den Sozialen Netzwerken der Adidas-Poncho zum Symbol gemacht für alles, was angeblich schiefläuft in Deutschland. Wirtschaft, Werte, Wohlstand – zack, alles kaputt. Wegen Stoff. Mit Kapuze. Jörg Nowicki, Managing Editor der TW, findet: Atmet und lasst den Poncho Poncho sein!

Liebe Griesgrame und Miesepetras, atmet kurz durch! Nein, der Untergang des Abendlandes wurde nicht von einem Poncho eingeläutet. Auch nicht von diesem Poncho.

Seit Tagen wird auf Social Media so getan, als hätte die deutsche Olympia-Mannschaft nicht einfach Regenkleidung an, sondern ein textiles Manifest gegen den guten Geschmack. Als ob irgendwo ein geheimes Komitee beschlossen hätte: „So, heute ruinieren wir Deutschland – aber modisch.“

Der Poncho des Anstoßes: Das Oversize-Teil spaltet die Nation.

Symbol für alles, was schiefläuft

Seit Tagen wird erklärt, dieser Poncho von Adidas sei das Symbol für alles, was angeblich schiefläuft. Wirtschaft, Werte, Wohlstand – zack, alles kaputt. Wegen Stoff. Mit Kapuze.

Spoiler: Es ist ein Poncho. Kein Staatsstreich. Kein Symbol für wirtschaftlichen Niedergang. Kein Beweis, dass früher alles besser war (außer vielleicht die Knie).

„Lasst den Poncho Poncho sein! Er hält warm, er hält trocken – und er filtert zuverlässig schlechte Laune.“

Jörg Nowicki, Managing Editor, TextilWirtschaft

Während unsere Athletinnen und Athleten Weltklasseleistungen abrufen, diskutiert Linkedin, ob das Ding eher nach Zeltplane oder Müllbeutel aussieht. Herzlichen Glückwunsch – Prioritäten sitzen. Es gibt übrigens gar nicht wenige Menschen, denen der Poncho gefällt.

Und ganz ehrlich: Wenn ein Stück Stoff reicht, um euer nationales Selbstbewusstsein zu erschüttern, dann ist nicht der Poncho das Problem. Dann braucht Deutschland vielleicht weniger Modekritiker und Meckerpötte, dafür mehr Gelassenheit. Oder einen Tee. Oder beides.

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Also: Lasst den Poncho Poncho sein!
Er hält warm, er hält trocken – und er filtert zuverlässig schlechte Laune.
Goldmedaille dafür!

Vielleicht sollten wir uns weniger fragen, ob der Poncho schön genug ist (genau das finden übrigens gar nicht so wenige), und mehr, warum wir so dringend etwas Hässliches brauchen, um uns kurz überlegen zu fühlen.

Ich jedenfalls bleib drin.
Im Poncho.
Trocken, gelassen – und erstaunlich optimistisch.

Herzlichst, Jörg Nowicki

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