„Mein Leben mit Hühnern“: Lieblingstier Huhn – die ungewöhnliche Geschichte eines jungen Briten


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Arthur Parkinson liebt Hühner. Statt Hund, Katze, Maus besaß er schon als kleiner Junge zwei eigene. Inzwischen ist er Experte und hat dem Federvieh ein Buch gewidmet.

Mit Hühnern ist das so eine Sache, man liebt sie oder man hat Angst vor ihnen. Wenn nicht vor den Hennen, dann vor den Hähnen, die sich oft wie echte Machos aufführen. Mein Vater hatte eine Hühnerfarm, eine Legebatterie. Das war in den 1970ern, da war das noch nicht so verpönt wie heute, weil die Tierhaltung grundsätzlich nicht sonderlich hinterfragt wurde. Nutzvieh wurde oft auch als solches behandelt, immerhin hat mein Vater seinen Hühnern das Leben mit klassischer Musik versüßt.

Dass man auch anders mit Hühnern aufwachsen und sie vor allem anders halten kann, schildert der Brite Arthur Parkinson in seinem Buch „Mein Leben mit Hühnern“, das nun auf Deutsch erschienen ist. Er selbst war kaum größer als ein Huhn, wie er schreibt, als er sich bereits zu den Tieren hingezogen fühlte. Ging es ihm schlecht, habe er sich zu den Tieren ins Hühnerhaus gesellt. Sein Opa habe immer gewusst, wo er den Jungen finden konnte. 

Neben den Anekdoten aus seinem Leben mit Hühnern teilt Parkinson in seinem Buch sein Fachwissen – zu unterschiedlichen Gattungen, ihren jeweiligen Eigenschaften, ihren Vorlieben und Charakteren. Er gibt seinen Lesern genaue Anleitungen, wie man die verschiedenen Arten hält und die Gärten und Hühnerhäuser richtig gestaltet, damit die Tiere gesund bleiben und artgerecht leben. Diese „Betriebsanleitungen“ schmückt er mit seinen Illustrationen und Fotografien aus, die unmittelbar Lust auf ein eigenes Huhn machen.

„Ich habe meinen Stamm gefunden“

Arthur Parkinson ist 1992 geboren und liebt Hühner, seit er denken kann. Er ist Autor, Illustrator und Fotograf. Parkinson teilt seine Projekte und Interessen auf seinem Instagram-Account @Arthurparkinson_.

© Arthur Parkinson, 2023 / Knesebeck Verlag

„Für mich sieht die Welt grau und düster aus, wenn ich den Tag ohne das fröhliche Gackern meiner Hühner verbringen muss“, schreibt der Autor. Seine Hühner seien seine Familie, die tägliche Routine, sich um sie zu kümmern, gebe ihm Stabilität und Sicherheit. Im Studium habe er ein Jahr in London gelebt, doch glücklich sei er dort nicht gewesen, die Umgebung habe ihn nervös gemacht.

„Ich habe meinen Stamm gefunden“, schreibt Parkinson und macht seiner Wut auf die Nahrungsmittelindustrie Luft: Sie verschleiere die Wahrheit, wie Nahrung produziert werde, kappe die Verbindung zwischen Verbrauchern und Nutztieren. Parkinson belegt seine Haltung mit einer hübschen Anekdote:

„Ich weiß noch, wie ich voller Stolz ein paar Eier, die meine ersten Hennen gelegt hatten, der Mutter eines Klassenkameraden schenken wollte. Und wie verwirrt ich war, weil sie die Eier nicht annehmen wollte – sie sagte, sie könne es nicht ertragen zu wissen, dass meine Hennen die Eier durch ihre Ärsche gedrückt hätten und dass sie Eier nur im Laden kaufe, damit sie nicht über solche Dinge nachdenken müsse. Ich war völlig verblüfft – und bin es noch heute.“

Dieses Buch ist nicht nur unterhaltsam, es zeigt auch, wie glücklich das Landleben Menschen machen kann. Für Parkinson gibt es keine andere Option.

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Source: stern.de