Mehrere Inseln im BlickPentagon entwirft Optionen für „besiegelnden Schlag“ gegen Iran
26.03.2026, 14:00 Uhr
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US-Präsident Trump fährt gegen den Iran eine Doppelstrategie: Er pusht Verhandlungen und droht gleichzeitig mit härteren Angriffen. Einem Bericht des US-Portals „Axios“ zufolge gibt es für Letztere mehrere und dabei explizite Optionen.
Seit Tagen ist unklar, wie es im Iran-Krieg weitergeht. US-Präsident Donald Trump spricht von laufenden Verhandlungen mit Teheran und einem angeblichen Wunsch der Iraner nach einem Deal. Die iranische Führung weist indes Verhandlungen zumindest in TV-Statements vehement zurück.
Offenbar sucht die US-Militärführung nun nach einem Weg, um noch größeren Druck auf Teheran auszuüben oder Donald Trump zumindest die Möglichkeit zu geben, einen Sieg zu verkünden, wie das Portal „Axios“ unter Berufung auf mehrere anonyme US-Regierungsvertreter berichtet. Demnach bereitet das Pentagon einen „besiegelnden Schlag“ (engl.: final blow) vor, der den Einsatz von Bodentruppen und eine massive Bombardierung umfassen könnte.
Die Optionen
„Axios“ will in Interviews mit Regierungsvertretern und weiteren Personen, die mit den internen Gedankenspielen vertraut sind, vier Optionen einer militärischen Eskalation gegen den Iran ausgemacht haben:
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Eine Invasion oder Blockade der Insel Charg, über die das Gros der iranischen Öl-Exporte läuft
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Eine Invasion der Insel Larak, die für die Kontrolle der Straße von Hormus für den Iran wichtig ist
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Eine Einnahme unter anderem der Insel Abu Musa, die nahe dem Eingang zur Straße von Hormus liegt, die südlichste iranische Insel im Persischen Golf ist, und die in einem Gebietsdisput auch von den Vereinigten Arabischen Emiraten beansprucht wird
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Die Blockade oder Inbesitznahme von Tankern, die iranisches Öl aus der Straße von Hormus exportieren
„Axios“ berichtet zudem von Plänen einer Bodenoffensive bis tief ins Landesinnere, um angereichertes Uran aus Nuklearanlagen sicherzustellen, oder alternativ von Plänen einer massiven Bombardierung der Anlagen. Hierbei wird im Bericht nicht klar, ob auch diese Information aus Gesprächen mit den US-Offiziellen gewonnen wurde. Anderen Medienberichten zufolge hat die US-Regierung bereits die Verlegung Tausender Soldaten einer Luftlandedivision in die Region des Nahen Ostens angeordnet.
Iran: Können USA entgegentreten
Ein Kommandeur der iranischen Armee warnte nun, eine Bodenoffensive wäre für die Feinde des Iran „gefährlicher, kostspieliger und irreparabel“, wie die staatliche Nachrichtenagentur IRNA berichtete. Das iranische Militär beobachte „die Bewegungen des Feindes von Moment zu Moment“ und sei bereit, „dem Feind an jedem Punkt entlang der iranischen Grenzen direkt entgegenzutreten“, sagte General Ali Jahanshahi laut staatlichen Medien bei einem Besuch in einem Grenzgebiet.
Pakistan hat indes die Vermittlung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran bestätigt, die von einigen iranischen Offiziellen weiterhin dementiert wird. Sein Land habe Nachrichten zwischen beiden Ländern weitergeleitet, teilte Pakistans Außenminister Ishaq Dar auf X mit. In diesem Kontext sei auch ein 15-Punkte-Plan von den Vereinigten Staaten geteilt und vom Iran erwogen worden, so der Minister weiter. Auch die Türkei und Ägypten sowie weitere nicht benannte Staaten unterstützten die Initiative.
Misstrauen als Faktor
In öffentlichen Statements des Iran zeigt sich ein großes Misstrauen gegenüber den Verhandlungsvorstößen von Donald Trump. Der Sprecher des Präsidialamtes, Elias Hasrati, sagte kürzlich im staatlichen Rundfunk Irib: „Die entsprechenden Nachrichten sind alle nur eine Lüge.“ Der Feind stecke in einer Sackgasse fest, habe keine Errungenschaften vorzuweisen und stehe auch international in der Kritik. „Daher redet er (US-Präsident Donald Trump) irgendeinen Irrsinn von Botschaften und Geschenken, was alles nicht wahr ist“, so der Sprecher. Zuvor hatte sich US-Präsident Donald Trump am Mittwoch zuversichtlich geäußert. Er behauptete, der Iran wolle „unbedingt einen Deal abschließen“.
Gegenüber „Axios“ erklärte eine Quelle, die in Verhandlungsbemühungen eingebunden ist, dass „Missvertauen“ vonseiten der Revolutionsgarden das Problem sei, die Vermittler aber noch nicht aufgegeben hätten.
Ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter erklärte kürzlich zumindest gegenüber Reuters, dass der Vorschlag noch geprüft werde, obschon die erste Reaktion nicht positiv ausgefallen sei. Laut Nachrichtenagentur AP gibt es auch schon einen iranischen Gegenplan, der beim Sender Press TV aufgegriffen worden sei, nämlich einen Fünf-Punkte-Plan für einen Waffenstillstand. Dieser Plan beinhalte unter anderem die Einstellung der Tötungen iranischer Beamter und auch Forderungen nach Reparationen für den Iran.
Source: n-tv.de